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Banksy - Exit Through The Gift Shop

Großbritannien 2010 (Exit Through The Gift Shop) Regie: Banksy 86 Min..
Anarcho-Kunst
Der britische Künstler Banksy ist ein Phänomen. Seine gesprayten Kunstwerke zieren die Straßenecken der Großstädte dieser Welt. Als Mitbegründer einer neuen Strömung – der Street Art – wollte er die Kunst zurück in den Alltag transportieren und den gesamten geschäftsorientierten Unterbau, der längst perverse Ausmaße angenommen hat, aushebeln. Doch die Revolution fraß ihre Kinder. Seine ehemaligen Weggefährten stehen selbst im Rampenlicht und ihre Werke erzielen Millionensummen. Es ist schick, einen Banksy im Flur zu haben.
Trotzdem blieb er ein Phantom. Umso größer war die Spannung, als die Berlinale in diesem Jahr seinen ersten Film im Wettbewerb präsentierte. Herausgekommen ist eine rohe, satirische Abrechnung mit dem Zirkus, dessen Clown er ist.
Erzählt wird die Geschichte der Street Art von den Nacht- und Nebelaktionen, hin zum Ausverkauf, dem Weg aus der Illegalität in die Galerien, aus der Sicht der französischen Hobbyfilmers Thierry Guetta. Der durchgeknallte Lebemann begleitete 2005 seinen Cousin, bekannt als „Invader“, bei der Platzierung von Pixelfiguren aus Space Invaders an Orten im öffentlichen Raum. Über Umwege lernt er weitere Protagonisten einer Szene, die sich allmählich formierte, kennen und beschließt einen Dokumentarfilm zu drehen. Dabei trifft er auch auf Banksy, der ihn motiviert, sich selbst als Street Artist zu versuchen. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich herausstellt. Er schuf ein Monster, das auf den Namen „Mr. Brainwash“ hört.
Mit dilettantischem Videomaterial, Statements der Protagonisten der Bewegung und einem kapuzenverhüllten Banksy, der mit lakonischen Kommentaren die Ereignisse schildert, entsteht das Bild einer kreativen Strömung, die gegen jegliche gesellschaftliche Regeln verstößt. Authentischer hätte man das Gefühl Street Art wohl nicht einfangen können. Dennoch fühlt man sich als Betrachter am Ende auf den Arm genommen und es bleibt das Misstrauen, wo bei dem Gesehenen die Realität endet und die Inszenierung beginnt. Genau das dürfte Banksys Intention gewesen sein. Ziel erreicht!


Ein FILMtabs.de Artikel