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Vincent will Meer

D 2010 Regie: Ralf Huettner mit Florian David Fitz, Karoline Herfurth, Heino Ferch, Katharina Müller-Elmau, Johannes Allmayer 95 Min.

Flucht zu Dritt

Florian David Fitz trat bisher nur als Womanizer in der TV-Serie „Doctor’s Diary“ und in der Ensemblekomödie „Männerherzen“ in Erscheinung. Nun hat er sein erstes Drehbuch geschrieben und verkörpert die Hauptfigur gleich selbst. Eine reife Leistung, hat er sich doch dem schwierigen Thema Tourette angenommen.

Seine Figur Vincent kommt nach dem Tod der alkoholkranken Mutter in ein Sanatorium. Sein Tourette macht ihn gesellschaftsunfähig. Zumindest in den Augen seines Vaters, der ihn, ganz Manager, in die Klapse abschiebt, um sich nicht mit dem Sprössling abgeben zu müssen. Die Krankheit ist zwar nicht heil- aber immerhin therapierbar. Im Zentrum lernt Vincent Marie kennen. Marie isst nicht und nutzt jede Gelegenheit, um gegen die Regeln zu verstoßen. Die perfekte Komplizin für einen Ausbruch ans Meer, wo Vincent die Asche seiner Mutter beisetzen will. Der zwangsneurotische Alex macht das Dreiergespann komplett und es setzt sich ein unterhaltsames Roadmovie in Gang, das ein wenig unter der Orientierungslosigkeit seiner Protagonisten krankt. So recht weiß hier niemand wohin mit sich und dem Drehbuch. Florian David Fitz gelingt eine differenzierte Zeichnung der Krankheitsbilder und zudem eine überzeugende Verkörperung eines Tourette-Kranken. Erzählerisch bleibt der Film aber irgendwann auf der Strecke, am Fahrbahnrand mit Motorschaden. Bis zum Ende kriegt er das schon wieder hin, die Reparatur geht allerdings auf Kosten des Interesses für die Figuren. In den Programmkinos avancierte „Vincent will Meer“ dennoch zum Überraschungshit.


Ein FILMtabs.de Artikel