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Vertraute Fremde

(Quartier Lointain) D/B/F 2010 Regie: Sam Gabarski mit Leo Legrand, Jonathan Zaccai, Alexandra Maria Lara, Pascal Greggory 98 Min.

Reise in die Erinnerung

In seinem vielfach preisgekrönten Manga „Haruka Na Machi He“ beschrieb der Japaner Jiro Taniguchi 1998 die Reise eines Mannes zurück in die Kindheit. Regisseur Sam Gabarski („Irina Palm“) hat diesen Stoff nun verfilmt und in einen europäischen Kontext gesetzt.

Er erzählt die Geschichte des erfolgreichen Comiczeichners Thomas (Pascal Greggory), der nach einer Geschäftsreise in den falschen Zug steigt und in seiner Heimatstadt in den französischen Bergen landet. Viele Jahre war er nicht mehr in dem Nest. Seine Mutter (Alexandra Maria Lara) ist verstorben und sein Vater (Jonathan Zaccai) verschwand spurlos, als er 14 war. Auf dem Friedhof überwältigen Thomas plötzlich die Erinnerungen und er erwacht in den Schuhen seines jugendlichen Selbst. Der alte Mann genießt das Jung sein, das Wiedersehen mit seinen Eltern, die erste Liebe. Doch das Unbehagen wächst, je näher der schicksalshafte Tag rückt, an dem sie sein Vater im Stich ließ. Thomas versucht herauszufinden, warum er gehen wird und ob es ihm gelingt, ihn davon abzuhalten.

Gabarskis Handschrift passt gut zum menschelnden Ton der Vorlage. Mit viel Liebe rekonstruiert er die Vergangenheit. Leider schöpft er das Potential der Geschichte nicht vollends aus und verharrt an der Oberfläche. Ein gutes Händchen für die Auswahl der Darsteller, vor allem bei Leo Legrand in der Hauptrolle des jungen Thomas, sorgt aber dennoch für einen liebevoll nostalgischen Trip in die Kindheit.


Ein FILMtabs.de Artikel