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Nokan – Die Kunst des Ausklangs

(Okuribito) J 2008 Regie: Yojiro Takita mit Masahiro Motoki, Tsutomu Yamazaki, Ryoko Hirosue, Kimiko Yo 131 Min.

Begegnung mit dem Tod
Mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film, zahlreichen Festivalauszeichnungen und insgesamt zehn nationalen Filmpreisen im Gepäck kommt „Okuribito“, was so viel wie Aufbruch heißt, nun auch in unsere Kinos. Der deutschen Titel „Nokan“ ist abgeleitet von dem Ritual der spirituellen Vorbereitung des Leichnams auf das Jenseits, eine Jahrhunderte alte und aussterbende Kunst. Hauptdarsteller und Initiator Masahiro Motoki („Shall we dance“) wollte sie für die Nachwelt erhalten.
Er spielt den Cellisten Daigo, der von heute auf morgen erfahren muss, dass sein Orchester eingestampft wird. So treibt es ihn und seine Frau Mika aus der Metropole Tokio zum Haus seiner verstorbenen Mutter in der japanischen Provinz. Eine Anzeige, die gute Bezahlung verspricht, weckt sein Interesse und er findet sich unverhofft in einem Bestattungsunternehmen wieder. Der alte Chef vertraut ihm und gibt ihm den Job umgehend, wohl auch weil ihn sonst niemand machen will. Daigo zögert zunächst, entdeckt aber zunehmend, dass er ein Talent für diese hohe Kunst hegt. Allerdings wird sie von seinen ehemaligen Freunden und auch von seiner Ehefrau nicht annähernd so hoch angesehen.
Es ist erstaunlich, dass Yojiro Takitas warmherziger Film im eigenen Land mehr als 6 Millionen Zuschauer in die Kinos zog, wirkt er doch stark beeinflusst durch westliches, vor allem französisches Kino. Zudem behandelt er eine Tradition, die in der jüngeren Vergangenheit in der Effizienz orientierten japanischen Gesellschaft verloren zu gehen droht. Doch Takitas Blick ist nicht wehmütig, sondern voller Respekt vor dem Tod und seiner Würde bewusst. Wenn man den Meistern bei der Aufbahrung zusieht, erfährt dies auch der Kinobesucher.

Ein FILMtabs.de Artikel