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Helen
D/USA/GB/CDN 2009 Regie: Sandra Nettelbeck mit Ashley Judd, Goran Visnjic, Lauren Lee Smith, Alexia Fast, Alberta Watson 119 Min.
Normal verrückt
Die Depression ist sicherlich eine der am weitesten verbreiteten und für den Außenstehenden völlig unbegreiflichen psychischen Störungen.. Sandra Nettelbeck hat nach ihrem leichtherzigen Kinoerfolg „Bella Martha“ ihr englischsprachiges Debüt diesem dunklen Thema gewidmet. Helen ist Opfer dieser Krankheit, die unerwartet und mit voller Wucht über sie hereinbricht. Hilflos muss ihr Ehemann David mit ansehen, wie seine Frau ihm entgleitet. Mathilda, Helens Tochter aus einer früheren Ehe, reagiert erschrocken und verstört auf die Situation. Die Mutter wird eingewiesen und lernt in der jungen Leidensgenossin Julie eine Frau kennen, die ihre Situation zu verstehen scheint. Währenddessen sucht David bei Helens Ex-Mann John Rat, um Helen nicht zu verlieren.
Der Fokus von Nettelbecks zutiefst persönlicher Geschichte liegt zunächst auf dem indirekt betroffenen Gatten. Wir teilen sein Unverständnis für Helens plötzlichen Zerfall. Mit der Einlieferung ins Krankenhaus entgleitet aber auch der Regisseurin ihr Film zunehmend. Die Figur der Julie lässt Konturen vermissen und David verschwindet schließlich bis kurz vor Schluss gänzlich aus dem Film. Diese Vernachlässigung der eigentlich wichtigen Personen im Leben der Protagonistin schwächt Nettelbecks engagiertes Plädoyer für das Bewusstwerden eines epidemisch verbreitenden Leidens.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 27.11.2009 / 12:06
- Rubrik:
- Kritiken LT
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