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Endstation der Sehnsüchte
D 2009 Regie: Sung-Hyung Cho 99 Min.
Heimat in der Heimat
An einem Berghang auf der Insel Namhae gelegen, erhebt es sich über die Häuser in denen Koreaner ihrem Alltag nachgehen: das „Deutsche Dorf“ Dogil Maeul ist eine künstlich errichtete Siedlung mit Museumswert. Zumindest wenn es nach den Scharen asiatischer Touristen geht, die immer wieder am Wochenende die Straßen zwischen den urigen Häusern im Schwarzwaldstil fluten.
Drei Koreanerinnen haben sich hier niedergelassen und ihre Ehemänner mitgebracht. Die pflegen deutsche Tugenden und beschweren sich selbstredend gerne mal über jede Kleinigkeit beim Bürgermeister der Stadt. Schließlich ist der Stadtteil eigens für sie gebaut worden. Ihre Frauen versuchen derweil ihre koreanische Heimat, die sie vor über 30 Jahren verließen mit der deutschen Heimat, die sie nun in den Koffern herbrachten, in Einklang zu bringen.
Das klappt mal mehr, mal weniger, ist aber immer unterhaltsam anzusehen im zweiten langen Dokumentarfilm der Deutsch-Koreanerin Sung-Hyung Cho, die mit „Full Metal Village“ vor zwei Jahren einen amüsanten Blick auf deutsche Gepflogenheiten warf. Nun schaut sie zurück auf ihren eigenen Weg und rückt das Thema Heimat in ihren Fokus. „Endstation der Sehnsüchte“ wirkt wesentlich persönlicher, besonders dann, wenn die Distanz bei der Aufarbeitung der einzelnen Flüchtlingsschicksale zunehmend weg bricht. Dadurch wird aus dem „Deutschen Dorf“ mehr als ein belächelbares Kuriosum.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 20.11.2009 / 12:31
- Rubrik:
- Kritiken LT
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