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Das weiße Band

BRD, Österreich, Frankreich, Italien 2009 (Das weiße Band) Regie: Michael Haneke mit Christian Friedel, Burghart Klaußner, Ulrich Tukur, Susanne Lothar 144 Min. FSK ab 12
Zeitreise
Das Landleben in der preußischen Provinz um 1912 ist hart und entbehrungsreich. Die Einwohner eines kleinen Dorfes sind von Zwietracht und Misstrauen beherrscht. Hinter den Fensterläden der Bauernhäuser herrscht Härte und Züchtigung unter der vor allem die Kinder zu leiden haben. Schweigend nehmen sie ihr Schicksal hin und tragen ihrerseits die Gewalt nach außen. Der Dorflehrer steht ahnungslos inmitten all dessen und dient als Chronist der beunruhigenden Ereignisse, die sich über den Zeitraum eines Jahres hinweg zuspitzen.
Es beginnt mit dem Reitunfall des Arztes, hervorgerufen durch ein gespanntes Drahtseil. Die Ermittlungen laufen ins Leere und werden vom Tod einer Arbeiterin überschattet, die durch die Dielen brach. Der Unmut dem Gutsherrn gegenüber schwelt und droht sich zu entladen. Währenddessen häufen sich die Angriffe auf scheinbar unschuldige Mitglieder der Gemeinschaft.
Gewalt war schon immer das Thema der Filme Michael Hanekes. Hier konzentriert er sich auf ihre Entstehung und untersucht die Wurzeln des Faschismus am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Die Generation der Gezüchtigten wird einige Jahrzehnte später den Sadismus der Alten weiter tragen. Haneke schildert die Ereignisse mit der von ihm gewohnten nüchternen Intensität, verzichtet aber zugunsten der Spannung auf eine explizite Darstellung der Gräueltaten. Stattdessen legt er verstärkte Sorgfalt auf ein Höchstmaß an Authentizität.. Selten war eine vergangene Zeit so spürbar, wie beim Betrachten der im kunstvollen Schwarzweiß gehaltenen, digital gefilmten Bilder. Ein würdiger Vertreter im Rennen um den Auslandsoscar im kommenden Jahr. 


Ein FILMtabs.de Artikel