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Away we go
USA, Großbritannien 2009 (Away We Go) Regie: Sam Mendes mit John Krasinski, Maya Rudolph, Maggie Gyllenhaal 98 Min. FSK ab 12
Aufbruch gelungen
Nach zahlreichen starbesetzten Literaturverfilmungen wie zuletzt „Zeiten des Aufruhrs“ adaptierte Regisseur Sam Mendes nun das Debüt von zwei nahezu unbekannten Autoren. Trotzdem sagte er sofort zu, als er es zum ersten Mal las. Schaut man sich das Ergebnis an, ist das leicht verständlich, wirkt „Away we go“ doch wie ein positives Gegenstück zur düsteren Perspektive die Richard Yates in den Sechzigern entwarf.
Hier geht es vielmehr um die Generation der orientierungslosen Mittdreißiger der Gegenwart. Das Pärchen Burt und Verona ist Teil davon. Burt verkauft Versicherungen übers Telefon und es reicht ihnen gerade so zum gemeinsamen Leben in ihrem eigenen kleinen Appartement. Eigentlich sind sie mit ihrem Leben ganz zufrieden, denn ihre Liebe ist ihnen genug. Als Verona schwanger wird, stellt sie jedoch fest, dass sie eines schmerzlich vermisst: eine Heimat. Ihre Familie besteht einzig aus einer Schwester, die am anderen Ende des Landes lebt. Ihre Eltern kamen bei einem Autounfall ums Leben. Auch Burts Eltern ziehen sich gerade jetzt aus ihrem Leben zurück und ins weit entfernte Belgien. Um ihrem zukünftigen Nachwuchs eine sorglose Kindheit zu bescheren, beschließen sie auf Heimatsuche zu gehen und reisen quer durch die Staaten zu Freunden und Verwandten. Dabei müssen sie jedoch feststellen, dass der Lebensplan der Anderen auch alles andere als perfekt ist.
Mendes drehte mit „Away we go“ einen kleinen, grundsympathischen Independentfilm mit unbekannten Darstellern. Einzig die Nebenrollen sind mit Maggie Gyllenhaal und Jeff Daniels semi-prominent besetzt. Der fehlende Druck verleiht seinem Kleinod eine angenehme Leichtfüßigkeit. Begleitet von den wundervollen Gitarrenklängen Alexi Murdochs entfaltet sich ein liebenswertes Roadmovie. Wie schon in seinem Erstling „American Beauty“ sinniert Mendes über das, was dem Leben einen Sinn verleiht. Dabei menschelt es ganz gewaltig und dem Kinogänger wird’s wohlig warm in der Seele. Die Heimat ist schließlich dort, wo das Herz ist. Auch wenn diese Erkenntnis am Ende nicht neu ist, so charmant wie hier wurde der Weg dorthin selten erzählt.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 15.10.2009 / 1:46
- Rubrik:
- Kritiken LT
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