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Die Welt ist groß und Rettung lauert überall

(Svetat e golyam i spasenie debne otvsyakade) Bulgarien/Deutschland/ Italien/Slowenien 2007 Regie: Stephan Komandarev mit Miki Manojlovic, Carlo Ljubek, Hristo Mutafchiev, Anna Papadopulu, Lyudmila Cheshmedzieva 111 Min. FSK ab 6
Glück im Spiel
Sashko ist ein Glückskind. Als er zur Welt kommt, wirft sein Großvater Bai Dan („der Würfelmeister)“ eine Doppel-Sechs. Als er einige Jahrzehnte später einen Autounfall hat, ist er der einzige Überlebende. Seine Eltern sterben und Alexander, der in Erfurt vor sich hin lebte und die deutsche Form seines Namens angenommen hat, verliert sein Gedächtnis. Der Großvater reist sofort aus Bulgarien an und nimmt Sashko mit auf eine Reise in die Erinnerung, mit dem Tandem durch Europa. Am Anfang steht das Backgammon-Board, das Bai Dan ihm vor vielen Jahren schnitze. Mit dem Spiel findet der Enkel zurück in sein Leben, das ihn Anfang der Achtziger aus Bulgarien wegtrieb, als die Staatsräson seinem Vater die Luft abzuschnüren drohte. Doch es gibt immer einen Ausweg, gibt Bai Dan ihm auf den Weg. Manchmal muss man nur die Strategie ändern.
1996 veröffentlichte Ilja Trojanow die gleichnamige Romanvorlage, in der er seine eigene Migrationsgeschichte verarbeitete. Der Autor war selbst in den Siebzigern aus Bulgarien geflohen und nach Deutschland gekommen. Sein Landsmann Stephan Komandarev machte daraus mit europäischen Produktionsgeldern eine warmherzige Familiengeschichte, die in der Tradition von Filmen wie „Zimt und Koriander“ steht, der sich ähnlich mit Vergangenheitsbewältigung und Selbstfindung auseinandersetzt. Eine epische Verfilmung eines epischen Romans, die zwar manchmal etwas naiv erzählt ist, mit ihrem versöhnlichen Ton aber voll auf die Gefühle der Kinogänger abzielt. In der Hauptrolle des resoluten Alten glänzt Miki Manojlovic, der Zuhälter aus „Irina Palm“, in einer gänzlich anderen Rolle.


Ein FILMtabs.de Artikel