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Solo für Sanije – Die wahre Geschichte der “Solo Sunny”

D 2009 Regie: Alexandra Czok 80 Min.
Auf Spurensuche durch Berlin
Ein Berliner Frauengefängnis. In einem kleinen Raum sitzt Sanije Torka, die wegen Ladendiebstahls für anderthalb Jahre einsitzt. Vor der Wende machte sie sich als Sängerin einen Namen und zog durch die Nachtclubs der Deutschen Demokratischen Republik. Sie tourte durch Polen und die Sowjetunion und traf Ende der Siebziger auf den Autor Wolfgang Kohlhaase, dem sie ihre Lebensgeschichte erzählte. Aus den Erlebnissen entstand 1979 „Solo Sunny“. Das Porträt einer starken Frau, die sich gegen die Männerwelt behauptet, war eine der erfolgreichsten DEFA-Produktionen und der letzte Film von Regisseur Konrad Wolf (SONNENSUCHER).
Sanjie Torka bekam von dem Ruhm freilich wenig ab, denn die „echte Sunny“ wurde der Öffentlichkeit vorenthalten. Nach dem Ende ihrer Gesangskarriere folgte der Abstieg in Arbeitslosigkeit und Alkoholismus, der schließlich zur Straffälligkeit führte. Heute gesteht Sanije: „Ich bin mir meiner Person nicht sicher“ und zieht die vertrauten Wände ihrer Zelle einer Bewährungsstrafe vor. Die Dokumentarfilmerin Alexandra Czok begleitete sie bis zu ihrer Freilassung und fängt dabei zunächst ihr Umfeld ein, ihren geregelten Alltag zwischen Küchengesprächen und Werkstattarbeit. Die Türen bleiben verschlossen. Für Sanije bedeutet das einen Schutz vor der Außenwelt, in die sie sich nie richtig eingliedern konnte und wollte. 
In intimen Gesprächen beschreibt sie das Jetzt, ihr Leben im Gefängnis, den Weg aus der Lebenskrise. Es formt sich das Bild einer zähen Kämpferin, die am Leben festhält, auch wenn es ihr nichts zu bieten hat. Blicke zurück in die Anfangstage ihrer Karriere versetzt Czok mit Schlüsselszenen des Films und schafft so den Spagat zwischen Kunst und Realität, kollektiver und individueller Erinnerung.


Ein FILMtabs.de Artikel