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Taking Woodstock

USA 2009 Regie: Ang Lee mit Demetri Martin, Imelda Staunton, Henry Goodman, Eugene Levy 120 Min.

Love & Peace

Vielleicht hörte sich Bethel einfach zu christlich an für die alle konservativen Werte ablehnenden Hippies. Fakt ist, dass das legendäre Woodstock-Festival eigentlich in einer 4000 Seelen-Gemeinde rund 70 Kilometer vom Namensgeber entfernt stattfand. Wie es dazu kam, erzählt Regisseur Ang Lee („Brokeback Mountain“) mit viel Einfühlungsvermögen für die bereits 40 Jahre zurückliegende Ära.

Als Basis dienten ihm die Erlebnisse, die der Autor Elliot Tiber vor einigen Jahren niederschrieb. Darin offenbarte er uns, dass es das historische Ereignis ohne seine Mitwirkung nie gegeben hätte. Denn die Hippies waren im Sommer 1969 nirgends willkommen und suchten lange nach einem Austragungsort für ihr Happening, bei dem angesagte Künstler wie Joni Mitchell auf der Bühne stehen sollten. Der junge New Yorker Elliot war derweil damit beschäftigt, den Hotelbetrieb der Eltern vor dem finanziellen Ruin zu bewahren. Nebenbei hatte er den Ortsvorsitz übernommen und beschloss kurzerhand sein geplantes jährliches Musikfest mit den Plänen der Hippies zu kreuzen, um Leben in das Kaff zu bringen. Allerdings rechnete niemand damit, dass nach einigen Tagen hektischer Betriebsamkeit Hunderttausende Menschen das Städtchen überrollten.

Nachdem sich der gebürtige Taiwaner Lee bereits erfolgreich am amerikanischstem aller Genres, dem Western, versucht hat, bringt er nun ein Stück US-Geschichte auf die Leinwand, das sich ins Bewusstsein einer ganzen Generation gebrannt hat. Seine Chronologie der Ereignisse zeichnet sich dadurch aus, dass ihm das Drumherum wesentlich wichtiger ist, als die Konzerte selbst. Die Menschen und Schicksale und die haarsträubenden Ereignisse, die hinter dem Festival stecken, aber vor allem die Atmosphäre dieser „3 days of Love & Peace“ einzufangen gelingt ihm glänzend.


Ein FILMtabs.de Artikel