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Public Enemies

USA 2009 (Public Enemies) Regie: Michael Mann mit Johnny Depp, Christian Bale, Marion Cotillard, Billy Crudup 140 Min. FSK ab 12

Nicht zu fassen
Die Verbrechenswelle im mittleren Osten der Vereinigten Staaten Anfang der Dreißiger Jahre beschäftigte bereits zahlreiche Autoren und Filmemacher. Im Fokus stand dabei oft der König der Unterwelt Al Capone. Nur wenige Regisseure (s. Kasten) beschäftigten sich hingegen mit seinem legitimen Nachfolger John Herbert Dillinger. Dabei gilt er in seiner gerade mal 13 Monate kurzen Karriere, als der wahrscheinlich beste Bankräuber der Kriminalgeschichte. Zu Lebzeiten wurde er als Repräsentant der von Finanznöten geplagten Bevölkerung gefeiert. Michael Mann setzt ihm nun ein filmisches Denkmal, verzichtet dabei aber erfreulicherweise auf eine Stilisierung der Figur zum Helden.
Chicago 1933: das Land zerfällt und die Stadt erlebt ihre Blütezeit. Im dritten Jahr der Großen Depression regiert der Mob in der „Windy City“. Al Capone sitzt zwar hinter Gittern, doch sein Thronerbe John Dillinger (Johnny Depp) erweißt sich als würdiger Nachfolger. Keine Bank ist vor ihm und seiner Bande sicher. Kein Gefängnis hält ihn auf. Dillinger nimmt sich, was er will und er will alles – sofort. Dazu zählt auch die hübsche Billie Frechette (Marion Cotillard), die sich freiwillig auf ihn einlässt, obwohl er ihr von Anfang an nichts vormacht. Einige Jahre lebt Dillinger als König, doch dann beauftragt J. Edgar Hoover (Billy Crudup) den erfolgreichen Gangsterjäger Melvin Purvis (Christian Bale) damit, ihn zur Strecke zu bringen, um das Ansehen seines frisch formierten „Federal Bureau of Investigation“ zu steigern. In Purvis findet Dillinger schließlich einen ebenbürtigen Gegner. 
Vierzehn Jahre nach „Heat“ inszeniert Michael Mann auch dieses Gangsterporträt als bleihaltiges Duell zweier Schauspielgrößen und der Coup gelingt aufs Neue. Dabei funktionieren die endlosen Schusswechseln und rasanten Verfolgungsjagden auch mit Trommel-MGs und Oldtimern. Mann orientiert sich an den Klassikern des Genres und verleiht ihnen seine eigene Note. Grandios auch die Bildgestaltung: kunstvoll ausgeleuchtete Sets und eingestreute Originalaufnahmen schaffen ein authentisches Bild der Zeit, als Amerika im Chaos versank. Die digitale Ästhetik, mit der Mann schon seit längerem experimentiert, steht der Optik des klassischen Zelluloids in nichts nach. Im Zentrum des spannenden Thrillers stehen zwei getriebene Gestalten, denen Johny Depp und Christian Bale mit hoher schauspielerischer Intensität Gestalt verleihen. 


Ein FILMtabs.de Artikel