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Achterbahn

D 2009 R: Peter Dörfler 93 Min. FSK ab 12
Irrfahrt durchs Leben
Es ist eine weit verbreitete Wahrheit unter Filmemachern, dass die besten Geschichten immer noch das Leben selbst schreibt. Liest man jedoch die Biographie des Berliner Schaustellers Norbert Witte, würde man eher auf eine unglaubwürdige Hollywood-Inszenierung tippen, als den Tatsachen Glauben zu schenken.
Witte mauserte sich in den Siebziger- und Achtzigerjahren zum Schaustellerkönig in Berlin. Ein tödlicher Unfall auf einer seiner Anlagen konnte seinen Erfolgstrieb ebenso wenig bremsen, wie finanzielle Risikogeschäfte. Als er sich jedoch nach dem Fall der Mauer am ehrgeizigen Freizeitparkprojekt „Plänterwald“ verhob, setzte er sich nach Peru ab. Die Geschichte ging als Flucht vor dem Fiskus durch die Medien und die Familie Witte versuchte den Neuanfang. Doch es war schwer in der unbekannten Umgebung Fuß zu fassen und schließlich traf Witte auf die falschen Geschäftspartner. Er und sein Sohn landeten im Knast. Während Norbert Witte die Strafe in der Heimat absitzen durfte, sitzt sein Sohn für 20 Jahre im peruanischen Gefängnis, wo er täglich ums Überleben kämpft.
Der Berliner Dokumentarfilmer Peter Dörfler begleitete Mutter und Tochter 2 Jahre lang beim Kampf um die Freiheit des Sohnes. Er lässt Norbert Witte die Ereignisse rekonstruieren und beobachtet ihn beim Freigang über die Trümmer eines geplatzten Traums. Am Ende erliegt er aber leider seiner Hauptfigur und stellt sie in allzu positivem Licht dar, obwohl es für den Betrachter eher scheint, als hätte Witte seine Lektion nicht gelernt und lebe längst fernab der Realität.


Ein FILMtabs.de Artikel