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Die wundersame Welt der Waschkraft
D 2009 R: Hans-Christian Schmid 93 Min.
Auf der anderen Seite
In Berlins Nobelhotels residiert die High Society und erwartet, dass Decken und Tücher von makellosem Weiß sind. Nur wenige hundert Kilometer östlich leben die Menschen von ein paar tausend Zloti im Monat unter ärmsten Bedingungen und sorgen dafür, dass die Wäsche innerhalb von 24 Stunden nach Abholung wieder an ihrem Ort ist – blütenrein und handgefaltet.
Diese soziale Schere zweier Nachbarstaaten beschäftigte den Regisseur Hans-Christian Schmid bereits in seinem Episodenfilm “Lichter”. Mit dem sarkastisch betitelten Dokumentarfilm “Die wundersame Welt der Waschkraft” kehrt er nun zurück ins Grenzgebiet und porträtiert die echten Menschen hinter seinen Geschichten. Einfache Leute, die von einem besseren Leben träumen, sich aber nicht darüber beklagen, dass sie sieben Tage die Woche schuften, ohne sich je etwas Eigenes leisten zu können. Nüchtern berichten sie davon wie die Entscheidung zwischen Job und Familie fast immer auf die Arbeit fallen muss, egal ob der kleine Sprössling zuhause krank im Bett liegt oder sie mit ihrer eigenen Gesundheit kämpfen.
Schmid begleitet zwei Frauen und ihre Familien, die exemplarisch stehen für viele. Die Schufterei am Rande der Selbstaufgabe für den reichen Westen ist anklagenswert, aber andererseits auch nichts wirklich Neues. Auch handwerklich ist Schmids Arbeit unspektakulär. Die Handkamera sorgt im Kinosessel nach wie vor für Seekrankheit und die etwas verworrene Erzählweise streckt sich auf unbequeme 106 Minuten. So macht er es dem Zuschauer sicher nicht leicht. Dies dürfte aber auch nicht sein Anliegen sein.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 05.05.2009 / 3:50
- Rubrik:
- Kritiken LT
1 Kommentar
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