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Die Herzogin

USA 2008 (The Duchess) Regie: Saul Dibb mit Keira Knightley, Ralph Fiennes, Charlotte Rampling 110 Min. FSK: ab 12
In Fesseln
Die junge Giorgiana ist noch ein Kind, als sie mit dem Duke of Devonshire vermählt wird. Zunächst ist die Tochter einer Aristokratenfamilie berauscht vom Prunk und Reichtum ihres neuen Heims. Auch der Ehegatte scheint ein liebenswerter Mensch zu sein und ein gütiger Vater für die kommenden Kinder. Doch der Herzog kapselt sich zunehmend von ihr ab. Auf Giorgianas zaghafte Versuche, ihn kennen und lieben zu lernen, reagiert er gefühlskalt. Nur die Zeugung eines Erben ist ihm wichtig und die einzige Aufgabe der jungen Frau. Doch es kommt nicht so, wie geplant: Giorgiana gebärt ein Mädchen. Auch beim zweiten Kind lässt der männliche Stammhalter auf sich warten. Von ihrem Mann im Stich gelassen, findet Giorgiana in Lady Bess eine Freundin. Sie quartiert sie auf ihrem Anwesen ein und holt sich damit ungewollt die Konkurrenz ins Ehebett.
Kein Zweifel: Kostümdramen sind die erfolgreichste Exportware des britischen Kinos. Keine Kultur kann durch die Jahrhunderte aus einem reicheren Fundus historischer Figuren schöpfen. „Die Herzogin“ erzählt die Geschichte von Giorgiana Spencer, deren Nachfahre Diana mehr als zweihundert Jahre später ein ebenso tragisches Schicksal erleiden sollte. Die Parallelen sind deutlich und geschickt in die Handlung verwoben. Das Drehbuch glänzt mit niveauvollen Dialogen und die Besetzung ist formidabel. Keira Knightley braucht längst nicht mehr zu beweisen, dass sie in prunkvoller Garderobe atemberaubend aussieht und Charlotte Rampling setzt als ihre scharfzüngige Mutter bittere Spitzen. Auf der anderen Seite glänzt Ralph Fiennes. Mit seiner zurückhaltenden Art gelingt es ihm, die Handlungen der unsympathischen Figur des Duke verständlich zu machen, so dass man am Ende gar Mitleid mit ihm hegen möchte.


Ein FILMtabs.de Artikel