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Gran Torino

USA 2008 Regie: Clint Eastwood mit Clint Eastwood, Christopher Carley, Bee Vang, Ahney Her, Brian Haley 116 Min. FSK ab 12
Bürgerwehr
Clint Eastwoods Filme sind wie guter Wein: im Alter werden sie besser. Diesmal hat er uns, nach zuletzt schwerer Kost, mal wieder einen leichteren Jahrgang eingeschenkt. Dabei sieht es am Anfang grimmig aus für alle Beteiligten. Walt Kowalski ist gerade Witwer geworden und schaut mit Verachtung auf seine Sippschaft. Mit seinen beiden Söhnen kann er ebenso wenig anfangen wie mit dem neuen Pfarrer, der frisch von der Schule zu kommen scheint. Also wartet Walt lieber mit der Flinte auf der Veranda, bis wieder Ruhe eingekehrt ist. Als er eine Horde Halbstarker von seinem Grundstück verjagt und dabei zufällig auch den Sohn der Nachbarsfamilie beschützt, ist es um die Ruhe jedoch geschehen. Denn die Hmung, chinesische Einwanderer, sind ihm aus Tradition zu Dank verpflichtet, ebenso wie die Nachbarn im Viertel, und auf der anderen hat er Seite den Zorn der Gang auf sich gezogen. Der verbitterte Korea- Kriegsveteran muss wohl oder übel wieder selbst aktiv werden. Gleich in der ersten Szene, wenn Walts Blick über die Trauergesellschaft schweift und sich seine Miene verkrampft, hat man diesen unausstehlichen Kauz bereits lieb gewonnen. Eastwood selbst verkörpert ihn beängstigend kaltschnäutzig mit der von ihm gewohnten stoischen Art. Erst die Beziehung zu dem Nachbarsjungen lässt ihn auftauen. Eastwood gelingt dieser Wandel auf charmante Weise und ohne eine Spur von Sentimentalität. Die wäre in Walts Welt auch absolut fehl am Platz.


Ein FILMtabs.de Artikel