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Küss mich bitte!

Frankreich 2007 (Un Baiser S’il Vous Plaît) Regie: Emmanuel Mouret mit Virginie Ledoyen, Emmanuel Mouret, Julie Gayet, Michaël Cohen 100 Min.
Vernünftig fremdgehen
Ist es nur ein Kuss oder der Beginn einer Liebesgeschichte? Gerade die Franzosen müssten es doch eigentlich wissen, gibt es dort doch bei jeder Gelegenheit einen Schmatzer links und rechts. Dennoch zögert Emilie, als der hilfsbereite Gabriel ihr nach einem wunderschönen Abend ein letztes Souvenir auf den Weg geben will, bevor sich ihre Wege für immer trennen. Sie hadert aus gutem Grund, wie sie Gabriel erzählt, denn für die Freunde Nicolas und Julie veränderte ein Kuss ihr ganzes Leben. Die beiden Pragmatiker mussten feststellen, dass der Liebe mit Vernunft nicht beizukommen ist, und dass man kein Glück auf dem Unglück eines anderen aufbauen kann. So wird Emilies Geschichte, die heiter und unbeschwert beginnt, zu einem ernsten Liebesdrama.
Gefühl und Konversation: die beiden essentiellen Bestandteile französischer Kinokunst sind auch bei „Küss mich bitte“ die tragenden Elemente. Untermalt von klassischer Musik erzählt Emmanuel Mouret ihre Geschichte intelligent verschachtelt in eine Rahmenerzählung und lässt dem narrativen Fluss viele Freiheiten, ohne dabei je den Roten Faden zu verlieren. Ganz so, wie man solch eine Geschichte eben erzählen würde. Die Gedankengänge funktionieren selten geradlinig, wenn Leidenschaft im Spiel ist. Bei aller Liebe zum Dialog knistert es angenehm lodernd auf der Leinwand, was nicht zuletzt an der wunderbaren Chemie zwischen den Darstellerpaaren liegt. Zwar wirkt die ausgeschmückte Geschichte von Nicolas und Julie bisweilen etwas konstruiert, doch das liegt durchaus in der Natur der Erzählung. Den charmanten und intelligenten Unterhaltungswert des Films schmälert dies derweil keineswegs. 

Ein FILMtabs.de Artikel