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Elephant King

USA/Thailand 2006 Regie: Seth Grossmann Mit Tate Ellington, Jonno Roberts, Florence Faivre, Ellen Burstyn 92 Min. FSK ab 12
Sterbende Elephanten
Die Bedienermentalität, die einige der „Farangs“, der Ausländer, in Thailand an den Tag legen ist erschreckend. Sextourismus ist so klischeehaft, wie wahr. Drogen, Spaß und immer alles billiger – der Westen ist Despot im alten Königreich Siam. Auch Jake lässt es sich hier gut gehen, fernab der amerikanischen Heimat, wo seine Mutter für seine Fehler gerade stehen muss und mit ihrer Angst und Kontrollfixierung den Zweitgeborenen Oliver in die Depression treibt. Oder war es Jake, der mit dem fortwährenden Triezen seines kleinen Bruders Spuren hinterlassen hat? Wir wissen es nicht, denn die familiäre Vergangenheit bleibt nur angedeutet, was eine der großen Stärken in Seth Grossmans Langfilmdebüt ist.
Jake treibt Olli dazu, ihm nach Chiang Mai zu folgen. Hier taucht der bebrillte, verschüchterte Hobby-Schriftsteller ein in eine Welt des schnellen Vergnügens. Nicht nur die Sonne tut ihm gut, es ist vor allem Jakes Thai-Freundin Lek, die sich um sein Wohlsein kümmert. Es kommt, wie es muss: Oliver verliebt sich und gerät mit dem egoistischen Jake aneinander, bis beide begreifen, dass das Leben im Vollrausch in Wahrheit nur eine Blase ist.
Im Gegensatz zu seinen Landsleuten im Film hat sich Grossmann als Englischlehrer in die thailändische Gesellschaft integriert. Der Autor und Regisseur verwebt eigene Erfahrungen und Fiktion und schaffte so eine berührende Geschichte um zwei Brüder auf Selbstfindungstrip vor exotischer Kulisse, die der Spanier Diego Quemada-Diez („Der Ewige Gärtner“) rauschhaft-authentisch in Bilder fasst. 

Ein FILMtabs.de Artikel