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Jesus Christus Erlöser
D 2008 R: Peter Geyer 84 Min. FSK ab 12
One Man Show
Egomane, Exzentriker, Erlöser? Klaus Kinski hatte viele Gesichter. Egal, ob man ihn für einen egozentrischen Mistkerl oder ein verkanntes Genie hält – er opferte sich stets für die Kunst. Wie alle seine Auftritte, so ist auch das einzige verbliebene Zeugnis eines Live-Auftritts Kinkis ein zehrender Kraftakt für alle Beteiligten. Am 20. November 1971 las der Schauspieler in Berlin seinen Monolog „Jesus Christus Erlöser“, eine Reaktion auf den damals grassierenden Jesus-Hype. In eigenen Worten interpretierte Kinski das Neue Testament. So war es zumindest geplant, doch es sollte ganz anders kommen. Von Anfang an suchte das Publikum die Diskussion. Immer wieder unterbrachen sie den Rezitator mit Zwischenrufen und diffamierten ihn als Nazi. Kinski, der nicht gerade für einen sanften Umgang mit seinem Gegenüber bekannt ist, konterte mit Verbalinjurie und heizte so die Menge zusätzlich an.
Aus dem verbliebenen Material hat nun sein Nachlassverwalter einen 84minütigen Zusammenschnitt des Abends erstellt, der ein faszinierendes, unkommentiertes Bild Kinskis und einer Republik im Umbruch ergibt.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 14.05.2008 / 11:35
- Rubrik:
- Kritiken LT
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