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Der Nebel

USA 2007 (THE MIST) Regie: Frank Darabont, D: Thomas Jane, Marcia Gay Harden, Laurie Holden, Andre Braugher 124 Min. FSK ab 16
Da hilft kein Insektenspray
Regisseur Frank Darabont und Stephen King sind füreinander geschaffen. Das zeigte sich bei Darabonts meisterhafter Adaption von DIE VERURTEILTEN und später bei THE GREEN MILE. Sein Regiedebüt wurde damals mit Oscarnominierungen überhäuft und gilt als modernes Meisterwerk. Doch einen richtigen Horrorfilm hatte er bisher immer noch nicht gedreht. Diesen lang gehegten Wunsch erfüllt sich der Genre-Fan nun mit DER NEBEL.
Dabei beginnt auch diese Geschichte Kings aus den frühen Achtzigern eher dramatisch, als furchteinflößend. Ein Sturm verwüstet eine Kleinstadt im Bundesstaat Maine – der wie wir wissen bei King für alles herhalten muss. Der Strom ist überall ausgefallen und David Drayton ist mit seinem Sohn Ollie unterwegs zum örtlichen Supermarkt, um die nötigen Besorgungen zu erledigen.
Dort herrscht Weltuntergangsstimmung, wie üblich nach einer Naturkatastrophe. Jeder kauft, was er tragen kann, und der Markt ist zum Bersten gefüllt. Da kriecht ein mysteriöser Nebel von den Straßen heran und verwandelt die ganze Stadt minutenschnell in eine undurchsichtige Suppe. Unbehagen kommt auf, unter den Einkäufern, die sich bald in Panik wandelt, als ein Mitbürger durch die Tür gerannt kommt und irgendwas von einem menschenvertilgenden Etwas im Nebel faselt. Der unsichtbare Schrecken erhält ein Gesicht, als riesige Insekten durch die Frontscheibe dringen. Die Gruppe drängt zusammen und eine durchgeknallte Jesus-Jüngerin überzeugt immer mehr Leute davon, dass das Jüngste Gericht gekommen sei. David und sein Sohn müssen schnellstens raus, doch jeder Schritt in den Nebel könnte tödlich sein.
Man merkt, dass Darabont und King Meister der Charakterstudie sind. Mehr als die Hälfte der Laufzeit verwenden sie darauf, die einzelnen Figuren zu formen und die Nerven aller Beteiligten an ihre Grenzen zu treiben. Dann schubsen sie sie ein Stück darüber hinaus und zeigen, wozu Menschen unter Angsteinfluss in der Lage sind. Wir sind alle Wilde, die nur durch Staat und Religion zusammengehalten werden, ist die beunruhigende, aber beängstigend realistische Botschaft. Zunehmend beängstigender werden auch die Bilder und schüren den Terror auch im Kinositz. Dies mündet in einem der mutigsten Finals, das sich Hollywood in letzter Zeit erlaubt hat, und das uns zutiefst verstört in unserer scheinbar zivilisierten Welt zurücklässt.


Ein FILMtabs.de Artikel