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Control
Australien, Großbritannien, Japan, USA 2007 (Control) Regie: Anton Corbijn mit Sam Riley, Samantha Morton, Craig Parkinson, Alexandra Maria Lara 121 Min.
Kontrollverlust
Macclesfield Mitte der Siebziger: ein langweiliger, grauer Vorort, der in Anton Corbijns Schwarz-Weiß Bildern noch trostloser wirkt. Und doch wurde in den Suburbs von Manchester der Grundstein gelegt für eine der wichtigsten Bands der britischen Musikgeschichte. Deshalb hat sich der Videoregisseur und Fotograf Corbijn (u.a. für U2 und Depeche Mode) für seinen ersten Spielfilm dieses miefige Kaff ausgesucht. Hier fristete Ian Curtis Ende der Siebziger ein klägliches Dasein als Berater beim örtlichen Arbeitsamt und schrieb in seiner Freizeit an düsteren, depressiven Gedichten. Bis Debbie und die Musik in sein Leben traten. Ein Besuch beim legendären Sex Pistols-Konzert in Manchester änderte alles. Fortan füllt Ian den vakanten Posten als Sänger bei Warsaw, der Band seiner Kumpels. Erste Gigs und das Zusammentreffen mit dem TV-Moderator Tony Wilson brachten ihnen einen Plattenvertrag ein und schon bald kannte sie auch außerhalb Großbritanniens jeder unter dem Namen Joy Division. Doch Ian war unglücklich und seine Epilepsieanfälle häuften sich. Ins Scheinwerferlicht geworfen und mit der Verantwortung für Frau und Kind verlor er zunehmend die Kontrolle. Corbijns Biopic beschwört von der ersten Szene an die Liebe zur Musik, wenn Ian sich durch nichts ablenken lässt, um nach Hause zu kommen und die neue Bowie-LP zu zelebrieren. Basierend auf dem Buch von Curtis’ Frau Deborah und produziert von den noch lebenden Mitgliedern Joy Divisions, die später als New Order die elektronische Musik revolutionierten, gelingt dem Holländer ein intensiver, erstaunlich unaufgeregter Erstling mit faszinierenden Bildern, die nachhaltig in Erinnerung bleiben.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 15.01.2008 / 9:45
- Rubrik:
- Kritiken LT
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