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An ihrer Seite
CDN 2006 R: Sarah Polley Mit Gordon Pinsent, Julie Christie, Olympia Dukakis, Deanna Dezmari 110 Min.
Loslassen
Grant (Gordon Pinsent) und Fiona (Julie Christie) sind glücklich. Das ältere Ehepaar lebt zufrieden in einem Haus auf dem Land. Ihre Liebe ist so stark, wie am Anfang. Doch ihr Glück ist nicht von langer Dauer. Allmählich beginnt Fiona Dinge zu vergessen. Kleinigkeiten zunächst, doch irgendwann fühlt sie sich fremd in der gewohnten Umgebung und ihr Mann entdeckt Verwirrung und Angst in ihren Augen. Schweren Herzens entscheiden sie sich gemeinsam für ein Heim. Es scheint ihr dort gut zu gehen, zu gut, wie Grant bald feststellen muss. Fiona vergisst ihn und fängt eine neue Liebe mit dem stummen Heiminsassen Aubrey an. Er macht es ihr einfach, verwirrt sie nicht mit seiner Präsenz. Machtlos muss Grant mit ansehen, wie sich Fiona immer weiter von ihrem früheren Leben entfernt. In seiner Hilflosigkeit wendet er sich an Aubreys Frau Marian (Olympia Dukakis).
Für ihr Regiedebüt hat sich die kanadische Schauspielerin Sarah Polley („Mein Leben ohne mich“) einem schweren Thema angenommen. Inspiriert durch einen Alzheimerfall in ihrer eigenen Familie verfilmte die 28jährige eine Kurzgeschichte von Alice Munro. Mit ruhiger Hand und viel Talent gelingt es ihr, starke Figuren in eine bewegende Geschichte zu betten, eingerahmt von Bildern und Szenen, die nachhaltig im Gedächtnis verbleiben. Viel hat sie dabei von Isabel Coixet („Das geheime Leben der Worte“) abgeschaut, für die sie bereits für zwei Filme vor der Kamera stand. Wer ihr emotional aufgeladenes Kino mag, den wird auch “An ihrer Seite” berühren. Zu verdanken ist das nicht zuletzt den fantastischen Hauptdarstellern: Julie Christie glänzt wie eh und je, die wirkliche Überraschung ist aber ihr relativ unbekannter Gegenpart Gordon Pinsent („Saint Ralph“), der als Verlassener im Stillen leidet.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 07.12.2007 / 12:30
- Rubrik:
- Kritiken LT
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