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Heroes

Heroes

Das bessere Kino: “Heroes” startet am 10.10. versteckt bei RTL II

Von Günter H. Jekubzik

Faszinierendere Charaktere, dichtere Handlungen, packendere Spannungsbögen, mutigere Ideen. Der Film-Spezialist Milan Pavlovic bejubelte US-Fernsehserien wie “24″, “Lost”, “Alias”, “Six Feet Under” oder “Sex and the City” in der Süddeutschen Zeitung als das bessere Kino. In 45 Minuten wird mehr geboten, als in den meisten überlangen, überteuerten Spielfilmen. Dazu fügt der große Bogen einer Staffel die kurzen Kunstwerke zu einem modernen Epos. All das trifft ganz besonders auf die Serie “Heroes” zu, die ab Mittwoch, den 10. Oktober, um 20.15 Uhr auch in Deutschland zu sehen sein wird. Auf RTL2! Was die geringe Wertschätzung für unübersehbare Serien-Qualitäten in Deutschland erschreckend deutlich macht.

Eine unverletzliche Cheerleaderin in West-Texas, der witzige kleine Science-Fiction-Fan Hiro aus Japan, der durch Raum und Zeit reisen kann und ein frustrierter Polizist in Los Angeles, der plötzlich die Gedanken anderer Menschen hört. In den verschiedensten Ecken der Erde entdecken “Heroes” besondere Kräfte und finden über mehrere Serienfolgen zueinander. Denn die apokalyptischen Bilder des heroinsüchtigen Künstlers Isaac Mendez und die Träume von Peter Petrelli zeigen eine furchtbare Atom-Explosion mitten in New York. Um sie zu verhindern, bringt Hiro eine erste Botschaft aus der Zukunft: “Rette den Cheerleader. Rette die Welt!” Derweil mordet eine düstere Figur die Helden und eignet sich ihre Fähigkeiten an…

Übersinnliches im realen Leben
Ein Erfolgsrezept dieser Mischung aus “Akte X”, “X-Men” und den Marvel-Comics liegt darin, dass die Superhelden der Mystery-Serie sehr geerdet sind. Die meisten wollen ein normales Leben und kämpfen eher gegen ihre Eigenschaften als mit ihnen gegen “das Böse”. Wer “gut” und wer “böse” ist, bleibt ebenfalls serienfremd unklar. Zu den zahlreichen Überraschungen, mit denen fast jede Folge fesselt, gehören auch die Enthüllungen über die wahren Absichten der Figuren.

Obwohl Tim Kring, der “Heroes”-Autor, angeblich vor der Serie noch nie einen Comic gelesen hatte, sind ästhetische Verweise unübersehbar. Die Superhelden sind umgeben von einer expressiven Farbdramaturgie, die man auch aus Frank Miller’s “Sin City” kennt. Dazu gibt es einen Cameo Stan Lees, des Schöpfers vielen Marvel-Superhelden und des wohl meistverfilmten Autors unserer Zeit, als Busfahrer. Die Begeisterung für Superhelden wird verkörpert in der sympathischsten Figur, dem kleinen Japaner, der ausgerechnet Hiro heißt! Hier zeigen sich die versteckten Perlen für Serienfans, wenn der Vater des “Raumschiff Enterprise”-Fans Hiro ausgerechnet vom japanisch-amerikanische Schauspieler George Takei, dem damaligen Darsteller des Steuermannes Sulu gespielt wird. Sein Auto hat außerdem mit “NCC-1701″ das gleiche “Nummernschild” wie das Raumschiff der legendären US-Serie.

Vor allem die großen Themen sind unübersehbar: Etwa, dass die Katastrophe in NY die Traumata von 9/11 angehen soll. Da sind die emblematischen Gitterstrukturen aus Stahlträgern der zerstörten Hochhäuser ebenso deutlich wie eine dunkle Schreckensherrschaft in der Zeit nach dem “Anschlag”. Nicht nur die Bilder und Kostüme, auch die Seelen der Figuren sind in der Zukunft dunkler unter dem Regime der real existierenden “Homeland Security”. Obwohl der US-Präsident einer der “Heroes” ist, plant man einen Genozid an “den Anderen”…

Die zweite Staffel “Heroes: Generations” ist in den USA bereits am 24.September angelaufen. Solche exzellente Serien bergen in Deutschland immer einen besonderen Spannungsfaktor: Reicht die Aufmerksamkeit in einem Nischensender für eine Fortsetzung?


Ein FILMtabs.de Artikel