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Als der Wind den Sand berührte
B/F 2006 (Si le vent soulève les sables) Regie: Marion Hänsel Mit Issaka Sawadogo, Carole Karemera, Asma Nouman Aden, Saïd Abdallah Mohamed, Ahmed Ibrahim Mohamed, Emile Abossolo M’bo, Marco Prince 96 Min. FSK ab 12
Irgendwo im Herzen Afrikas: inmitten von endlosen Wüsten lebt eine Handvoll Menschen, darunter Dorflehrer Rahne, seine Frau Mouna und ihre beiden Söhne. Mounas erneute Schwangerschaft zeigt den Pragmatismus, den das Volk in einer solch kargen Umgebung an den Tag legen muss: Die Dürre ist allgegenwärtig, der nächste Brunnen Stunden entfernt, Rahne kann seine Familie kaum ernähren, also rät ein Freund dem Familienvater, das Baby in der Nacht zu töten. Doch seine Tochter erlebt den Morgen und erhält den Namen Shasha. Einige Jahre später droht die Wasserversorgung endgültig zu versiegen. Die Familie muss sich auf den beschwerlichen Weg durch die Wüste machen, vorbei an Rebellen und Soldaten, Gaunern und Gestrandeten. Die Suche nach einem neuen Zuhause wird zu einer Tortur. Die dokumentarisch anmutende Regiearbeit der französischen Produzentin Marion Hänsel geht unter die Haut. Obwohl wir keine Ahnung von den wirklichen Zuständen in diesem Teil der Welt haben, obwohl wir das Gezeigte im bequemen Kinosessel mit der Distanz der Leinwand erblicken, fühlt es sich echt an. Hänsel gelingt es dabei den westlichen Blick auf Afrika zu vermeiden und ihr Film verfällt nie einer aufgesetzten Gefühlsduselei. So regt sie erst recht zum Nachdenken an. Wenn Shasha ein Flugzeug am Wüstenhimmel beobachtet, fühlen wir uns berührt. Denn wie oft sind wir selbst über diesen Teil der Welt geflogen, ohne auch nur eine Ahnung davon zu haben, was am Boden vor sich geht.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 26.07.2007 / 10:10
- Rubrik:
- Kritiken LT
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