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Olga
BRA 2004. Regie: Jayme Monjardim. Buch: Rita Buzzar. Mit: Camila Morgado, Caco Ciocler, Fernanda Montenegro, Osmar Prado. 141 Min.
Das Leben der Widerstandskämpferin Olga Benario Prestes bietet genügend Stoff für ein großes Leinwandepos. Als Olga Gutmann 1908 in München geboren, fühlt sie sich früh dem kommunistischen Klassenkampf verbunden. Im aufkeimenden Nationalsozialismus befreit sie im Alter von 17 Jahren den Parteigenossen Otto Braun in einer tollkühnen Rettungsaktion aus dem Gefängnis. Gemeinsam fliehen sie nach Moskau, wo sich Olga der Roten Armee anschließt. Am Ende ihrer militärischen Ausbildung erhält sie den Auftrag, den kommunistischen Führer Luis Carlos Prestes nach Brasilien zu überführen. Als Ehepaar getarnt gehen die beiden an Bord eines Dampfers und verlieben sich ineinander. Als sie 1935 in Rio de Janeiro eintreffen bleibt jedoch kaum Zeit für Romantik. Mit den Genossen der Kommunistischen Internationalen planen sie den Sturz des brasilianischen Präsidenten Getúlio Dornelles Vargas. Doch es befindet sich ein Spitzel in den eigenen Reihen und so erfährt Vargas schließlich von Prestes Rückkehr und seinen Plänen. Der Umsturzversuch wird zu einem Desaster. Olga und Luis müssen sich in den Untergrund zurückziehen und hilflos mit ansehen, wie ihre Freunde einer nach dem anderen gefoltert und getötet werden.
Lange zögerten die brasilianischen Produzenten vor einer Verfilmung des Lebens der modernen Heldin. Zu groß schien der Aufwand einer drei Kontinente und dreißig Jahre umspannenden Biographie gerecht zu werden. Betrachtet man den Film des brasilianischen Regiedebütanten Jayme Monjardim muss man sagen, dass die kritischen Stimmen Recht behalten sollten. Die Bilder, Sets und Schuspieler erreichen gerade mal TV-Niveau und die schrecklich aufdringliche Musikuntermalung gibt dem Ganzen endgültig den Charme einer Telenovela. Der Bestseller von Fernando Morais bleibt also weiterhin unverfilmbar.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 30.08.2006 / 1:01
- Rubrik:
- Kritiken LT
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