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Geheime Staatsaffären
F/D 2006 (L’ ivresse du pouvoir) Regie: Claude Chabrol mit Isabelle Huppert, François Berléand, Patrick Bruel, Marilyne Canto, Robin Renucci 110 Min. FSK: o.A.
Richterin Jeanne Charmant (Isabelle Huppert) hat einen Ruf als harte Nuss und eigentlich einen ruhigen Job. Für ein paar Stunden taucht sie täglich in ihrem Büro auf, um sich von ihrem eifrigen Sekretär den Kaffee bringen zu lassen und die gerade anliegenden Fälle abzufertigen. Als sie den millionenschweren Industrieunternehmer Humeau (Francois Berleand), der u.a. des Betrugs und der Bilanzfälschung angeklagt ist, vor sich sitzen sieht, vermutet sie, dass die Fäden weiter reichen, als nur bis vor die Haustür des nervösen Unternehmers. Sie soll Recht behalten, denn wie sich bald herausstellt sind höchste Regierungsbeamte in die Machenschaften Humeaus verstrickt. Jeannes Ermittlergeist ist geweckt, ihr Leben gerät dadurch aber auch zunehmend in Gefahr, denn die „hohen Tiere“ wägen ihre Leichen am liebsten im Keller.
Regiealtmeister Claude Chabrol hat den Ruf, ein genauer Beobachter der Gesellschaft zu sein. Diese Eigenschaft könnte er in der Polit-Satire „Geheime Staatsaffären“ voll ausspielen – tut es aber nicht. Zu sehr verzettelt sich das Script , das er, wie schon „Die Farbe der Lüge“ gemeinsam mit Odile Barski verfasste, in unüberschaubaren Details. Auch sonst hat sich Chabrol mal wieder auf seine alten Weggefährten verlassen. Da ist es ausgerechnet seine Muse Isabelle Huppert („Süßes Gift“), die hier als einzige Tempo und frischen Wind in die Inszenierung bringt.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 20.07.2006 / 5:30
- Rubrik:
- Kritiken LT
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