Das Zebra

Fr 1992, (Le zebre) R: Jean Poiret, 90 Min. CinemaScope

Französischer Liebesfilm - Variante Angst: Um sich der Liebe mit seiner Frau Camille zu versichern, inszeniert Hippolyte (Thierry Lhermitte) immer absurdere Situationen. Mit gepackten Koffern steht er morgens vor dem Ehebett - nur ihr künstlich provozierter Schrecken kann sein Herz noch besänftigen. Nach mörderischen Manövern rast er, mit Camille neben sich, das Auto in einen See. Das Liebesgeständnis mit dem Tod vor Augen soll ihnen Sicherheit vor der alltäglichen Routine geben. In seinem Notariat verbreitet er pessimistisch strahlend seine wortgewandten Zweifel am Sinn einer Eheschließung. Denn der Alltag des gut situierten Paares zeigt auch immer wieder erschreckende Momente: Beim familiären Abendessen kann Camille nur von den TV-Nackten ablenken, als sie sich auch entkleidet.

Anfänglich etwas zusammenhangslos führt "Das Zebra" in humorigen Episoden einen grausamen Mythos der Liebe vor. Der vergebens Erwartungen weckende Tanz auf knarrendem Parkett vor dem Zimmer des Partners deutet ein Gefühl an, das sich nur unter Distanz und Verlustangst erhalten kann. Die Form der Liebe führt in letzter Konsequenz zum Kuß zwischen Mensch und Fernsehbild, einem Schock, vor dem die Komödie gnädig abschaltet. "Das Zebra" propagiert mit der sympathischen und phantasievollen Figur Hippolytes als Vorreiter aber gleichzeitig diesen unsinnigen Mythos.

Der im vergangenen Jahr verstorbene Jean Poiret - unter anderem Autor von "Ein Käfig voller Narren" - hält auch die einzelnen Situationen immer wieder zwiespältig. So ist der Glaube an die Liebe in fast kitschiger Form nur scheinbar wiedergefunden, eine der überraschenden Wenden folgt bald.

Nebenbei zeigt sich eine verklärende Liebe des französischen Filmblicks zu den Frauen im Weichzeichner, den Caroline Cellier als Camille wirklich nicht benötigt.


Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik

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