... und der Himmel steht still
BRD/GB 1993, (The Innocent) R: John Schlesinger, 115 Min.
Wollten wir eigentlich jemals sehen, wie sich Rick und Lisa in einem Pariser Cafe Jahre nach dem Abschied von "Casablanca" wiedertreffen? Aus dem Roman "The Innocent" (Der Unschuldige) und dem Drehbuch von Ian McEwan machte der renommierte Regisseur John Schlesinger (Der Falke und der Schneemann, Madame Sousatzka, Marathon Man, Midnight Cowboy) teilweise ein Duplikat des Klassikers "Casablanca".
"The Innocent" (dieser Originaltitel ist wesentlich passender) führt 1955 eine Liebe in Berlin, dem Zentrum des Kalten Kriegs, auf dramtische Abwege. Der Amerikaner Bob Glass (Anthony Hopkins) führt den jungen, in jeder Hinsicht unschuldigen Engländer Leonard Marnham (Campbell Scott) in eine brisante Spionagetätigkeit gegen die sowjetische Besatzungarmee ein. So haftet Leonards Liebe gegenüber Maria (Isabella Rossellini) immer ein Spionageverdacht an. Zudem muß sich die reife, schöne Deutsche gegen ihren gewalttätigen und scheidungsunwilligen Ehemann erwehren.
Vor allem das Gesicht Isabella Rossellinis, der Tochter Ingrid Bergmans, hebt die "Casablanca"-Zitate deutlich hervor. Die mit guten Darstellern vor aufwendig konstruierten historischen Kulissen verlaufende Handlung überrascht einigemale und läßt in erschreckenden Momenten abgründige Tiefen der Vorlage erahnen.
Eine Kritik von Günter H. Jekubzik
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