Sweetie
Australien 1989, Regie: Jane Campion, 100 Min.
Die Handlung von Jane Campions Film nachzuerzählen, ist müßig und muß zu kurz greifen. Wie bei jedem herausragenden Werk lassen sich die intensiven, eindringlichen Bilder nur direkt miterleben. Sie vermitteln Kays Angst, ihre zerbrechliche Empfindlichkeit. Aus einer ein fachen Zeitrafferaufnahme von Keimlingen wird ein subtiler Albtraum, so wie ihre Perspektive aus dem Alltäglichen einen ganz persönlichen Horrorfilm machen. Doch die poetischen Einstellungen, die ungewöhnlichen Perspektiven voller Symbole können auch Mitgefühl und Verständnis ausdrücken. So wirkt der Terror Sweeties, der Schwester Kays, gleichzeitig erschreckend und mitleiderregend. Sie nistet sich bei Kay ein und bringt die verborgenen Brüche in den Beziehungen aller ans Licht. Ein stark bewegendes, filmisch hochinteressantes Meisterwerk der Australierin über Mut und Angst, Liebe und Verlaßenheit, abgerundet durch warme, stimmungsvolle A-Capella-Stücke eines Frauenchores.
Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik
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