Süße Emma, liebe Böbe
Ungarn, Regie Istvan Szabo
Von Günter H. Jekubzik
So nett der Titel "Süße Emma, liebe Böbe" klingt, so hoffnungsvoll ein Film im Wandel zum Wandel vom ungarischen Sozialismus zum internationalen Kapitalismus ja doch eigentlich sein müßte, Istvan Szabos Film schockierte und fesselte gleichzeitig. So intensiv geschildert habe ich die Erschütterungen des Umbruchs, die Suche nach Orientierungen, die moralische Haltlosigkeit selten gesehen. Das war vor allem ein Verdienst von Istvan Szabo, der sich nach großen internationalen Koproduktionen wie "Mephisto" oder "Zauber der Venus" dem inneren Chaos seiner Heimat zuwandte. Engagement verband er mit einer mutigen Filmsprache, die auch das Gefühl totaler Hoffnungslosigkeit verhinderte.
Die Niederländerin Johanna ter Steege verkörperte das in Budapest ums Überleben kämpfende Dorfmädchen Emma überzeugend - vielleicht ein Ergebnis der längeren Zusammenarbeit zwischen Regisseur und Darstellerin. Ein erschütterndes Dokument des gesellschaftlichen Umbruchs und gleichzeitig Meilenstein des ungarischen Films, dessen Zukunft im Dunklen liegt.
Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik
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