Rote Sonne
BRD 1969, R: Rudolf Thome, 89 Min.
Liebe als ein tödliches Pistolenduell inmitten üppig sprießender Blumen am Starnberger See - so zeigte Thome vor 15 Jahren die deutsche Gefühlslandschaft. Grundlage ist die Vereinbarung von vier Frauen, jeder Mann mit dem sie länger als fünf Tage zusammen sind, muß sterben. "Irgendwie verständlich," meint eine, "den danach wird es gefährlich. Man verliebt sich, oder noch schlimmer." So ergeht es auch Thomas, dem Hamburger Lebenskünstler, als er in der Münchner Frauen-Wohngemeinschaft landet.
Thome, dessen Gesamtwerk irgendwann mal als Gefühls-Chronologie der BRD entdeckt wird, läßt die Frauen mit Pistolen und Bomben ebenso sicher umgehen wie mit den Kippen im Mundwinkel. Das Männermorden gerät nicht zur verspielten "Verschwörung der Frauen", blieb auch ein Jahr nach '68 ohne Ideologie gradlinig und klar. Die selbstverständliche Aufzeichnung des Abstrusen erfolgt mit der Nüchternheit des Thome-Vorbildes Godard.
Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik
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