Luna Park
Fr/Rußl. 1992, R.u.Buch: Pavel Lungin, 106 Min.
Eine Art russisches "Uhrwerk Orange" scheint ohne Vorwarnung auf uns loszustürmen, als faschistische Jugendliche mit einer brutalen Massenschlägerei auf lederbekleidete Rocker hereinbrechen. Unter den 'Säuberern' ist Andrei führend in der Verhetzung von Schwulen, Juden und anderen Randgruppen. Doch die wirre Suche nach einem Vater führt ihn zu einem kleinen, schwachen, alten, aber beherzten jüdischen Intellektuellen. Über viele reiche Eindrücke wandelt sich Andrei und erlebt die Verfolgten. Der ehemalige 'Säuberer' putzt jetzt den Boden, stellt sich zu seinem Vater und muß vor seiner eigenen Vergangenheit fliehen.
Pavel Lungin (Taxi Blues) scheute in diesem faszinierenden, reichen und wichtigen Film nicht das Risiko, sich an heißen Themen zu verbrennen. Hart, schnell und direkt ist seine Bildsprache vom schäbigen Moskauer Vergnügungsort Luna Park. Wahrscheinlich längst von den Entwicklungen eingeholt, zeigt "Luna Park" Rußland von Innen und fesselt als gelungener Film.
Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik
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