Hollow Man

USA 2000 (Hollow Man) Regie Paul Verhoeven, 95 Min.

Der neue Unsichtbare

"Es ist erstaunlich, was man tun kann, wenn man sich nicht mehr im Spiegel ansehen muss!" Hat Erfolgsregisseur Paul Verhoeven ("Turks Fruit", "Basic Instinct", "Starship Troopers") seine Spiegel verhängt, damit er schamlos noch einen seelenlosen, hohlen Actionfilm drehen kann? Nein, das Zitat sollte der moralische Kern von "Hollow Man" sein. Der Kern eines Hohlkörpers ...

Der größenwahnsinnige Wissenschaftler Sebastian Caine (Kevin Bacon) steht kurz vor dem Durchbruch: Das Serum, das unsichtbar macht, funktioniert bestens, wie eine ganzer Zoo nicht sichtbarer Tiere zeigt. Oder gerade nicht zeigt. Das rückführende Serum hinterließ als einzige Wirkung und Nebenwirkung bisher nur häßliche Fleischberge anstelle der Versuchskaninchen. Doch jetzt scheint es zu klappen und entgegen allen Regeln versucht der rücksichtslose Caine das Mittel an sich selbst. Als die Rückführung scheitert, bleibt Caine als Unsichtbarer in seinem Labor gefangen.

Der Unsichtbare ist das Stichwort: Dieses Untergenre des Horrors erfährt nun seine Hightech-Version. Wurden früher Handschuhe an Fäden bewegt, nutzt man jetzt jede Gelegenheit zum Tricksen. Unsichtbar gibt es in den Geschmacksrichtungen mit Gummihülle, im Wasserbecken, mit Flammenhaut, in Rauchschwaden usw. Ganz schön eindrucksvoll, aber immer hohl. Denn keine der Motive Caines wächst über ein pubertäres Stadium hinaus: Voyeurismus am Fenster zum Hof oder den Mädchen beim Pinkeln zusehen. Die Geschichte des skrupellosen Wissenschaftlers und seiner rechtschaffenen Assistentin kümmert sich weniger um psychologische oder philosophische Aspekte als um die Möglichkeiten der Tricktechnik.

Kevin Bacon spielt als sei er unsichtbar. Sein Gegenpart Elizabeth Shue ("Leaving Las Vegas") versinkt als blondes Nichts im schauspielerischen Nirvana. Die Genremischung aus Science-Fiction, Horror und Action versucht am Ende brutal, auf besonders perfide Weise blutig zu sein. So bleiben das Trickspektakel der animierten Körperwelten als einziger Reiz des hohlen Films.


Eine Kritik von Günter H. Jekubzik

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