Herzsprung (ZDF)

Von Günter H. Jekubzik

Eine Geschichte wie es sie heute oft gibt: Johanna verliert ihre Arbeit, die niederschmetternde Heimkehr ins Dorf Herzsprung fällt zusammen mit dem Selbstmord ihres Mannes. Schnell watet die so schutzlos, fragil wirkende junge Frau im Blut, doch die Härte der ostdeutschen Umbruchs-Realität wandelte sich im Objektiv der Regisseurin Heike Misselwitz auch zu poetischer Schönheit. Das tragische Ende von Johannas Beziehung zu einem dunkelhäutigen 'Fremden' war mehr als ein aktueller politischer Bezug, es ging tiefer. Die Beobachtungs-Qualitäten der Dokumentarfilmerin waren bekannt und wurden ausgezeichnet.

Daß sie treffende Bilder für Lebensgefühle einfacher Leute finden kann, bewies sie mit "Herzsprung" erneut. Dabei beherrschte sie nach ihren Dokumentarfilmen wie "Winter Ade" auch das fiktionale Zusammenspiel von einfühlsamen Bildern, treffendem Musikeinsatz und vor allem perfekter Schauspielerführung. Claudia Geisler, die Darstellerin der Johanna, wird hoffentlich öfter auch im deutschen Kino zu sehen sein. Günter Lamprecht fesselte in der herzzerreißenden Geschichte mit einer zwiespältigen Rolle. Ein zeitlos treffender Film von der Suche nach einem kleinen Glück und den grausamen Reaktionen der Gemeinschaft.


Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik

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