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Helden und andere Feiglinge

Köln machte seinem Anspruch als Medienstadt alle Ehre: Gleich zwei Filme feierten am Dienstagabend in der Domstadt Premiere. Während das exzellente britische Sozialdrama "My Name is Joe" von Ken Loach mit der Einladung eine Spendenaufforderung für die Drogenhilfe Köln verband, ging es bei "Helden und andere Feiglinge" gewöhnlicher zu. Zum Titel: Helden waren die Premierengäste, die es schafften, den furchtbar komischen deutschen Gangsterfilm im Cinedom bis zum Ende durchzusitzen. Feiglinge zog es vorschnell zur Feier ans Buffet. Doch im großen Saal des Maritim Hotel suchten die Kameras ebenso vergeblich nach Prominenz, wie das Publikum zuvor gelungene Scherze erhoffte. Regisseur Dennis Satin ließ seine hölzernen Figuren Alex (Ralf Bauer) und Carla (Carin C. Tietze) auf der Flucht vor der Polizei zusammentreffen. Nach einem mächtig mißlungenen Raub, sitzen ihnen Gangster im Nacken. Daß diese "BÖ-SE" sind oder Carla als "GI-RL" gilt, machen Nummernschilder der Autos plakativ deutlich. Ebenso grob lief die ganze Geschichte des Weiber- und Maulhelden Alex ab, der sich neben einer echten Räuberbraut bewähren will. "Helden und andere Feiglinge" startet ohne jede Kinoqualität heute in Deutschland, bevor es im Niveausumpf des Koproduzenten Sat1 landen wird. Daß sich die Macher nach dieser Peinlichkeit noch eine Premiere zutrauten, ist unbegreiflich. Aber vielleicht war einfach noch ein Werbevertrag bezüglich der asiatischen Autos zu erfüllen, die dauernd im Weg standen.


Eine Kritik von Günter H. Jekubzik

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