Ghostworld

USA 2001 (Ghostworld) Regie Terry Zwigoff, 111 Min. FSK ab 6 Jahre

Nach dem Abschluss der High School ergießen zwei Gören ihre Verachtung der Welt in einer amerikanischen Kleinstadt. Alles und jeder wird kategorisiert und sofort verurteilt. Der miese 50er Jahre-Diner, die zottelige 70er-Dreadlocks des Kellners. Kurz: 99 Prozent der Menschen sind Idioten. Sie werden eingeteilt in die endgültigen Kategorien cool oder "clueless". Klar, dass Enid (Thora Birch) sich in einer Ghostworld wähnt, wir empfinden diese (aus dem gleichnamigen Comic von Daniel Clowes) aber nur in einer Szene wirklich. Denn verrückte Gestalten sind spärlich vorhanden. DIE Ausnahme ist Seymor (Steve Buscemi), den Enid auf einer Platten-Freak Party kennen lernt.

Auch wenn sich die Stichworte ähneln - "Ghostworld" ist keineswegs eine der geistlosen High School-Filmchen aus den USA. In Enids Welt liegt immer eine Jeans auf dem Bürgersteig herum und der alte Norman wartet an der Bushaltestelle, die seit Jahren nicht mehr angefahren wird. Weit weg von aller oberflächlichen Albernheit, vom Verspotten seltsamer Typen schiebt sich eher traurige Erkenntnis in den Vordergrund. Seymore sagt, er hasst sein Hobby und weiß genau, dass es ihn zum Freak macht. Enid quält Josh, den sie eigentlich mag. Die Verachtung für den Rest der Menschheit rächt sich. Enid ist unangepaßt, viel zu ehrlich, um einen Job zu kriegen oder Freunde zu behalten. Verstrickt in die große Lebensfrage - sich anpassen oder kompromisslos den eigenen Ideen folgen - läuft für Enid alles falsch. Die Einsamkeit hat selbst den Sonderling Seymour zu einer unpassenden Beziehung korrumpiert und die frustrierte Enid bleibt allein zurück. "Ghostworld" ist Porträt einer orientierungslosen amerikanischen Jugend und die Geschichte von Enid die Fortsetzung der Teenager-Sackgassen aus "American Dollhouse" und "Happiness". Auch das Ende bleibt haften. Es gibt keine Lösung für irgendwas, Enid nimmt einfach den Bus nach irgendwo, der eigentlich gar nicht fährt.

http://www.mgm.com/ghostworld/ns/index.html


Eine Kritik von Günter H. Jekubzik

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