Das Geheimnis

BRD 1994 Regie Rudolf Thome mit Adriana Altaras, Johannes Herschmann, Marquard Bohm u.a.

Alles fängt wie immer bei Thome an: Berliner Nacht, Party oder Vernissage, neue Liebe, Frühstück im Bett, Einkaufen, Picknick auf dem Land, Nacktbaden, Singen nach dem Abendessen, geiler Sex, der Abschied. Dann aber passiert etwas, das gab es so noch nie: Eine Frau bleibt zurück auf dem Land in einem Bauernhaus, abends kommt Jesus Christus, sie schläft mit ihm, vielleicht tötet sie ihn (die Leiche ist da, dann weg), schließlich bekommt sie ein Kind von ihm: ihr Freund und das befreundete Paar, mit dem zusammen alles seinen Anfang nahm, sehen der Zukunft und dem Kind freudig-erregt-gespannt entgegen.

Das glaubt einem kein Mensch, wenn man das erzählt. Aber irgendwann mußte Thome, der große Poet des Realen im BRD-Kino, einmal an der Wurzel von allem ankommen, denn man kann nicht jahrzehntelang die schönsten Filme über die Liebe machen, ohne daß nicht Jesus irgendwann einmal auftaucht. Liebevoll komisch fängt der Film an, nur um dann immer mehr in einen Zustand hinüberzugleiten, in dem es in keinster Weise komisch ist. Wenn Marquard Bohm kommt und in seiner selbstverständlichen Art sagt: Ich bin Jesus Christus - das glaubt man. Das funktioniert, weil Thome alles in gleichem Maße ernst nimmt, die Liebe und die Freude, die Trauer, den Schmerz, die Verzweiflung, die Hoffnung. Ein Meisterwerk, gar keine Frage.

Olaf Möller


Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik

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