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Familiensache
USA 1998 (One True Thing) Regie Carl Franklin
Zähmung der widerspenstigen Tochter
Die ehrgeizige und familienferne Ellen Gulden (Renee Zellweger) wird von ihrem ehrgeizigen und erfolgreichen Vater George (William Hurt) nach Hause komplimentiert: Die Mutter Kate (Meryl Streep) ist an Krebs erkrankt und Ellen soll ihre Karriere in New York aufgeben, um zu pflegen, die Hemden des Vaters zu waschen und seine Sekretärin zu spielen. Ein mieses Spiel, denn einerseits würde Ellen alles tun um dem vergötterten Schriftsteller und Vater zu gefallen - aber nicht als Hausfrau!
Die anfängliche Familienlieblichkeit wird nun durch Jämmerlichkeit abgelöst. Die opferbereite Mutter Kate, die mit ihrem selbstlosen Fürsorgeverein der "Mimmies" Mutter Theresa überflügeln will, kann es nicht wahrhaben, nun wirklich Opfer zu sein. Der Schmachtfetzen läßt noch einige Tonnen mehr Herbstlaub fallen - das kann nur mit dem Tod enden. Ellen schaut schon mal konstant heulend aus der Wäsche. Kein Wunder: Das Ideal des Vaters bröckelt wie ein Steinbruch mit Überstunden, trotzdem geht der Film immer weiter. Dann betrügt Ellens Freund sie noch, der Job ist weg und als Höhepunkt bekommt sie vom ultrakonservativen Film erzählt, daß sie im Unrecht ist! Die Familie ist das einzig Wahre und eigene Vorstellungen vom Leben sollen sich bitte ganz hinten anstellen.
Das verlogene, unorginelle Rührstück "Familiensache" hat einen Bestseller als Vorlage - von dem man aber gar nichts mehr wissen will - und wurde inszeniert von Carl Franklin, der mit "Teufel in Blau" noch begeistern konnte.
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