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Der elektronische Vorhang

NL 1996 (Het elektronische gordijn) Walter Grotenhuis

Die Konfrontation verschiedener Kulturen in einer mobilen Welt mit sich verschiebenden Grenzen, mit Krisen, die ganze Volksgruppen vertreiben, bleibt ein Thema auf der Leinwand. Sehr klar zeigte die niederländische TV-Dokumentation "Het elektronische gordijn" (Der elektronische Vorhang, Regie Walter Grotenhuis) Probleme auf beiden Seiten der ostdeutschen Grenze. Während ein Rumäne sich mühsam über die Ukraine und Polen annähert, erzählen deutsche Grenzer, wie an dieser Verteidigungslinie für ganz Europa aufgerüstet wird. Die Mauer ist weg, jetzt muß der Westen eine neue Grenze aufrichten. Nachtsichtgeräte und Hubschrauber sorgen dafür, daß die Bedrohungsszenarien (und BGS-Arbeitsbeschaffungsmaßnahme) der deutschen Innen-Kante Kanther von hohen Zugriffszahlen untermauert werden. Der schwedische Direktor des Büros für Osteuropäische Migration in Wien erklärt, daß der Flüchtlingsstrom immer eine Lücke finden, sich immer eine neue Route suchen wird. So steht die Wacht nicht mehr am Rhein, die dichtbesiedelste Grenze Europas ist seine Außengrenze im Osten. Auf der anderen Seite rüsten auch die Schlepper auf, sie verdienen schätzungsweise 5-6 Milliarden an armen Leuten, die das Glück im Westen suchen. Ihre Reise der Hoffnung endet oft an der Grenze, noch häufiger bei den ins Hinterland verlagerten Kontrollen: 25.000 Festnahmen in einem Jahr feiert der Grenzschutz und betont, daß er hauptsächlich abschrecken will.


Eine Kritik von Günter H.Jekubzik

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