Drei von ganzem Herzen
(Three Of Hearts) USA 1992, R: Yurek Bogayevicz, 105 Min.
Er ist ein erfolgreicher Call-Boy, die Frauen und sein Chef lieben ihn. Doch dann wird er von Aggressionen und Problemen verfolgt, bis sein Selbstbild zerbricht. Dies ist kein Remake von Paul Schraders "American Gigolo", auch wenn sich einige Elemente gleichen. Joe (William Baldwin) lebt im Gegensatz zum schönen Gigolo Richard Gere in einfachen Konflikten: Einer lesbischen Bekannten soll er deren weggelaufene Freundin mit Machotouren wieder in die Arme treiben. Doch natürlich verliebt sich Joe während dieser Intrige in das Opfer Ellen. Zu welchem Zeitpunkt der Mann, der angeblich jede Frau professionell um den Finger wickeln kann, vom Spiel zur Liebe wechselte, ist für ihn und auch das Publikum nicht zu erkennen.
Die leicht komödiantischen Liebesdramen in "Drei von ganzem Herzen" des polnischen Theaterregisseurs Bogayevicz zeigen sich mit einigen leeren Bildern und brüchig in der Erzählweise. Aber das liefert dann halt mehr Ansatzpunkte: "Lügt Joe oder ist er ehrlich," könnte die Frage sein, die zu glatte Phasen mit Tiefe ausstattet. Bis am Ende das psychologische Konstrukt böse zusammenbricht, wechseln sich Klischees mit einigen sehr interessanten Momenten zu ganz erträglicher Unterhaltung ab. Die wirklich spannenden Elemente wurden weder schauspielerisch noch inszenatorisch ausgespielt.
Eine Kritik von Günter H. Jekubzik
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