Drei Farben: Weiß
Polen/Fr 1993 (Trois Couleurs: Blanc) R: Krzysztof Kieslowski, 91 Min.
Karol Karol ist mehr als ein zweifacher Verlierer. Seine Ehe mit Dominique wird in Paris geschieden. Sie sei nie vollzogen worden, erklärt die blonde Schöne. Beim letzten Einigungsversuch hetzt die Französin ihm die Polizei auf den Hals. Ohne Geld versteckt sich Karol in einem Koffer, um ins heimatliche Polen zu fliehen. Dort fällt er direkt unter die (Koffer-) Räuber, macht schnell die Erfahrung, daß dort zur Zeit alles käuflich ist.Mit diesem Teil der Drei Farben-Trilogie - ihr letzter Teil "Rot" wird jetzt in Cannes vorgestellt - kehrt Kieslowski in seine alte Heimat Polen zurück. Die berauschende Bild-Kunst von "Drei Farben: Blau" tritt zurück für den nüchtern präsentierten Sarkasmus und Zynismus so vieler Filme aus den Ost-Block-Ländern: Uns geht es dreckig, aber die nächste Katastrophe kommt bestimmt. Doch Karol rafft sich auf, macht mit einer Flasche Wodka Grundstücksgeschäfte und lädt auf dem Höhepunkt des finanziellen Erfolgs Dominique zu seinem Begräbnis ein.Am Ende des auf wiederum ganz andere Weise gelungenen und streckenweise sehr komischen Films sind sie wieder getrennt - aber diesmal verliebt getrennt. Der eiserne Vorhang ist gefallen, doch die alten Sympathien leben nur noch hinter neuen Gittern auf. Ob die Bedeutung der Farbe Weiß beim Höhepunkt des Films mehr als nur ein Scherz ist, wird noch lange umstritten bleiben.
Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik
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