Downdraft

Downdraft

Kan./Tschech. Republik 1996. Produktion: North American Pictures, Minotaur Films Production. Produzenten: Lloyd A. Simandl, Debarah Thompson, Michael Mazo. Regie: Michael Mazo. Buch: Christopher Hyde. Kamera: Danny Novak. Musik: Peter Allen. Schnitt: Richard Benwick. Darsteller: Vincent Spano (Jack), Kate Vernon (Alexa), Paul Koslo (General Devlin), John Novak (Standish), William S. Taylor (Rudy), Sandra P. Grant (Babe), John Pyper-Ferguson (Spike), Sean Fuller (Hawkins), Jan Nemejovsky (Doc), Michael Splechta (Mikey). Min. FSK: 18 beantragt. Verleih: UFA/BMG.

Im unterirdischen, uneinnehmbaren Regierungsbunker Mount Weather findet ein Massaker an den Wachsoldaten statt. Anscheinend hat der Schöpfer des alleskontrollierenden Computers Minotaurus die Festung eingenommen und droht jetzt mit dem Anzetteln eines atomaren Weltkriegs. Die letzte Hoffnung für das Militär ist der inhaftierte Soldat Jack. Nach einer von ihm als ungerecht empfundenen Verurteilung muß er allerdings zur Mitarbeit gezwungen werden. Jacks Team erscheint als harte Kämpfertruppe, die gerne mal in einen "richtigen Krieg" möchte. Über einen Seiteneingang gelangen sie in die - doch angeblich uneinnehmbare - Festung, werden immer wieder angegriffen und dezimiert. Im Kern der Anlage finden sie einen mit dem Computer verwachsenen Wissenschaftler, der sich reumütig opfert, um die übermächtige Kreatur Minotaurus auszuschalten. Nur Jack und die Computerspezialistin Alexa können dem Chaos ins Happy End entfliehen.

Der Plot dreht und wendet sich ohne seinen Sinn zu finden. Einerseits gibt es den machtlüsternen Militär als eigentlichen Drahtzieher. Dann wird mit grober Symbolik in Technikpessimismus gemacht und die Herrschaft der Computer angedroht. Schon die Ausgangssituation des spannungslosen Actionfilms ist unglaubwürdig. Dafür wird dann ohne Vorwarnung nach weniger als einer Minute heftig geschossen und gemordet. Die Mannschaft um Jack soll originelle Charaktere ins Spiel bringen. Doch nach wenigen Minuten Bildschirmpräsenz dieser Truppe fragt man sich, ob der Haufen auch nur ein alte Oma sicher über die Straße bringen könnte. Er wirkt wie eine Laiengruppe, die "The Rock" und ähnliche Action-Abenteuer nachspielt. "Downdraft" bietet eine Ansammlung mieser Rollen, gespielt von schwachen Schauspielern mit noch viel schlechteren Texten. Die Dialoge zeichnen sich durch besondere Redundanz aus. Es wird immer genau das gesagt, was längst langweilte. Da saß ein ausgemachter Schwätzer an der Schreibmaschine, was besonders schrecklich ist, weil die Macher des Films vor allem die Möglichkeiten des Hörspiels nutzten. Allein, wenn die Mannschaft nur noch schreit und schießt, kommt minimale Spannung auf.

Der Hintergrund verrät die einzigen Werte des Films: Tschechische Trickstudios erzeugten hervorstechende Kulissen und Illusionen. Wenn dann allerdings der digital einkopierte Senkrechtstarter tosend abhebt, ohne daß sich auch nur ein Grashalm krümmt, symbolisiert dies das Maß vergeblicher Mühen.

Michael Mazo taucht in der IMDb bislang mit vier Funktionen bei vier Filmen auf: Für "Dangerous Prey" (1995) und "Xtro II: The Second Encounter" (1990) als Produzent, bei "Crackerjack" (1994) und "Time Runner" (1993) als Regisseur, bei "Xtro II: The Second Encounter" (1990) machte er noch den Production Manager und "Time Runner" (1993) schrieb er auch. Diese vier Filme sind übrigens auch das bisherige Schaffen der Firma "North American Pictures". Zusammenhänge?

Günter H. Jekubzik


Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik

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