Cube

USA/Kanada 1997 (Cub) Regie Vincenzo Natali, 90 Min., FSK ab 16

Mit dem Bild eines sich öffnenden Auges erwacht ein Mensch in einem würfelförmigen Raum mit einer Tür in jeder der sechs Seiten. Er ist ebenso orientierungslos wie wir und wird beim Eintritt in einen benachbarten, nahezu identischen Kubus von Drahtseilen in kleine Würfelchen zerschnitten.

Nach und nach finden sich sechs weitere Menschen im Einheitsdress in diesem Labyrinth der Würfel, der Kuben zusammen. Sie haben keine Ahnung, wie sie in diese komplexe Falle gerieten, versuchen aber gezwungenermaßen mit vereinten Talenten den Flammenwerfern und Säureattacken zu entgehen und die mörderische Logik dieses Systems zu verstehen.

Das Team mit seinen speziellen Begabungen führt der herrische Polizist Quentin an. Die Psychologin Helen Holloway ist selbst dem nervlichen Zusammenbruch am nächsten. Der "Zaunkönig", als Häftling ein Spezialist für Ausbrüche, gibt wertvolle Tips, tappt aber als nächster in eine der grausamen Fallen. Während der Autist Kazan die Gruppe nur auf gefährliche Weise zu behindern scheint, findet die Mathematik-Studentin Leaven einen Schlüssel. Und auch der stille Konstrukteur David Worth weiß mehr ...

Die simple und gleichzeitig geniale Idee, mit einer trickreichen Konstruktion Menschen in eine Extremsituation zu zwängen, schwebt als reiche Parabel im beziehungslosen Raum. Nur einmal kommt der Hinweis, "es wäre wie in Chile gewesen, sie kommen immer mitten in der Nacht", ansonsten enthalten die vielen Würfel reichlich philosophische und politische Deutungsmöglichkeiten. Es geht um den Lebenssinn, doch leider sind gerade die Dialoge eine Schwachstelle des Thrillers. Aufgesetzt und bedeutungsüberladen steif werden sie von nicht überragenden Schauspielern in das fantastische Setting entlassen.

Unheimliche Geräusche und ekelhafte Tode sorgen für enorme Spannung in dieser existenzialistischen Ausweg- und Sinnsuche. Die Parabel eröffnet sich aber wegen der blutigen und grausamen Horrorszenen nur einem begrenzten Publikumsausschnitt.


Eine Kritik von Günter H. Jekubzik

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