Child Murders / Kindermörder
Ungarn/BRD 1992 (Gyerekgyilkossagok) R+B: Ildiko Szabo, 82 Min.
Aus dem Ungarn des Umbruchs ist ein düsterer, poetischer Film aufgetaucht, der über Nebengleise der konventionellen Filmsprache wirkt. Seit fünfzehn Jahren plante Ildiko Szabo ihre Geschichte von einem Waisenjungen an den Ufern der Donau: Allmorgentlich wäscht Zsolt seine Oma, baut sie mit einem Liedchen auf, inszeniert die Opernvergangenheit der geistig gestörten Dame um ihr Bett herum. Zwischen diesen 'Akten' trifft Zsolt, den die Kinder wegen seiner Brille Blindfisch nennen, auf eine junge Schwangere. In einer Landschaft aus Flüssen und Brücken, die auch ohne das Schwarz-Weiß des Films grau wäre, wächst eine schöne, wortlose Verständigung über Gedanken, Spiegel-Blicke und ein gemeinsames Mahl. Doch die Eifersucht einer Altersgenossin Zsolts führt zur Katastrophe.
In sehr ruhigen, gefühlvollen Kamerabewegungen begleitet der Film die mörderische Einsamkeit Zsolts. Musik und Bild ergänzen sich im Ausbreiten eines extrem düsteren Pessimismus. Die ungewöhnlich starken Bilder des Anfangs lassen am Ende nur stumme Erschütterung zurück.
Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik
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