Montags 20 Uhr im Atlantis, Pontstraße 141-149
alle(r)weltskino

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15. September 1997
BROKEN SILENCE
Schweiz 1995 110 Minuten, O.m.U.
Regie: Wolfgang Panzer
Buch: Wolfgang Panzer
Kamera: Wolfgang Panzer, Edwin Horak
Musik: Filippo Trecca
Montage: Claudio di Mauro
Produktion: Wolfgang Panzer
Produzent: Wolfgang Panzer Prod.
Darsteller: Martin Huber (Fried Adelphi), Ameenah Kaplan (Ashaela), Michael Moriarty (Father Mulligan), Colonel Kapoor (Direktor Immigrationsbehörde)
Inhalt
Ein Schweizer Kartäusermönch beichtet einem katholischen Geistlichen in New York die Geschichte seiner Odyssee durch Indien: Auf dem Weg nach Indonesien, wo er die Besitzerin des Klosters aufsuchen soll, begegnete er einer jungen Afroamerikanerin, mit der ihn bald die gemeinsame Suche nach Klarheit und Ruhe verband. Ein erzähltechnisch wie inhaltlich außergewöhnlicher Film um kulturelle wie spirituelle Daseinserfahrungen, der zahlreiche geistige und weltliche (Existenz-)Fragen anspricht. (Kinotip der katholischen Filmkritik)
(Lexikon des Internationalen Films auf CD-ROM)
Nach 99 Jahren läuft der Pachtvertrag eines Klosters aus. Sorge um die Zukunft des Ordens treibt einen ängstlich-zurückhaltenden Mann in die Welt. Der schweizer Kartäusermönch Fried verläßt nach 25 Jahren seine enge, karge Zelle, um im fernen Indonesien die Besitzerin der Gebäude zu suchen. Im Flugzeug trifft er die junge Amerikanerin Ashaela. Sie beraubt ihn all seines Geldes, begleitet ihn dann aber aus Mitleid und Interesse auf einem langen Landweg durch Indien. Für den unsicheren Neuling in der Welt, der so ein schön einfältig klingendes Englisch mit schweizer Akzent spricht, stellt die Weggefährtin mehr als eine wertvolle Hilfe dar.
Der Weg ist das Ziel und ein vielschichtiger Genuß in diesem spaßigen und ernsten, leichten und tiefen Film. Fahrten mit Bussen, bei denen selbst das Dach überfüllt ist, pralles Straßenleben, eine Hochzeit und am Ganges die Begegnung mit Riten hinduistischer Religion gehören zu den vielen Eindrücken der Reise. Ob das Leben Bewegung ist oder nur hektische Zerstreuung aus Angst vor dem Tode, lautet eines der Themen die Panzers wunderbarer Film leicht und originell in die bewegungsreiche Handlung einbettet. Das Leben der Mönche mit acht Stunden Gebet täglich und vielen strengen Ritualen stellt die Musikerin aus New York mit vielen Provokationen und ungläubiger Neugierde in Frage. Zölibat und Theodize werden ebenso bedacht, wie die traditionellen Wollstrümpfe der Kartäuser.
Die ganze Erzählung des Mönches findet als Beichte bei einem ganz anderen Priester statt: Vater Mulligan ist der kirchliche Karrierist, der im Beichtstuhl die Nachricht von seiner Beförderung erhält - per Handy! Er kennt die Regeln der Kirche, wird aber vom kleinen schweizer Mönchlein beschämt.
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- Publiziert von:
- Günter H. Jekubzik
- Oliver Schiffers
- Lars Tuncay
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