Bride of the Monster

USA 1955, Regie Edward D. Wood Jr., 70 Min. OmU

Im Himmel, wo wir alle nur Statisten sind, wird Ed Wood durch den Rummel um seine Person unter dem einen großen Regisseur langsam in die erste Reihe vorrücken. Ob er es verdient hat, läßt sich an seinen "Werken" nach-sehen.

Bela Lugosi spielt in "Bride of the Monster" die klassische Rolle des verrückten Wissenschaftlers, der in einem Sumpf versteckt mit Atomenergie und an Menschen herumexperimentiert. Die verheizten Opfer für eine neue Rasse von Supermenschen verbucht die Außenwelt als vermißt und bald taucht auch ein Pärchen aus coolem Polizei-Kommissar und rasender Reporterin auf - selbstverständlich während eines hochdramatischen Gewitters.

Kultig und witzig ist es, zu sehen, was der "Ed Wood" aus Tim Burtons Film wirklich vollbracht und verbrochen hat. Eine äußerst suggestive und sparsame Montage von Dokumentarfilm-Materialen, das mörderische Spiel mit defekten Kraken aus einem nächtlich geplünderten Requisitenfundus sucht heute seinesgleichen. Dabei zeigen Ed Woods Film im Kern einfache Standards ihrer Zeit, die heute, nach 40 Jahren skurril und ungewöhnlich wirken.

Edward D. Woods Werke sind eindeutig dritt- oder viertrangig, träge und mit extrem geringen Mitteln inszeniert. Reizend die sehr grotesken Figuren, sowohl als Darsteller als auch in der Rolle. An erster Stelle natürlich Bela Lugosi, schon abgehalfterter Horrordarsteller, der von Wood noch eine letzte Rolle bekam und sie ausdrucksstark nutzte. Dann der unvergleichliche Charakterdarsteller Tor Johnson als Fleischberg Lobo, der Namen und Gesichtsausdruck sicherlich einer mißlungenen Lobotomie verdankt. Die Atombomben-Explosionen werden als Grund für all die monströsen Probleme angeführt - ob sich da Greenpeace vielleicht als Sponsor finden läßt?Insgesamt bieten die kurzen Filmchen Ed Woods einen interessanten und zeitweise auch unterhaltsamen Ausflug in andere Filmdimensionen.


Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik

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