Boomtown
BRD 1992, Regie Christoph Schrewe, 81 Min
Als Fahrradkurier spürt Robert in den Verkehrsadern der Hauptstadt Berlin den Puls der Zeit. Seine labile Mutter ist Opfer des eiskalten Aufsteigers Schwarzer - eine Symbolfigur für schmutzige Geschäfte der Wiedervereinigung. Robert leidet unter Managern, Neureichen, Arbeitgebern ... eigentlich wird er von allen fertig gemacht.
Das Konzept des Kleinen Fernsehspiels von Christoph Schrewe war hinter den ästhetisch reizvollen Bildern nur zu erahnen. Nachvollziehen ließen sich die westernhaft künstlichen Wutausbrüche und Prügeleien, die Frustrationen und Verzweifelungen Roberts jedoch kaum. Sein Jammern über die Stadt wurde auch durch Dialoge, die zuviel Informationen vermitteln mußten, nicht verständlich. Wenn Schrewe und sein Autor Markus Steffl Unverständnis darüber erzeugen wollten, wie schnell jemand zur Waffe greift, haben sie ihr Ziel erreicht. Ansonsten boten sie nur reichlich Hauptstadt-Impressionen. Auch die Neugierde auf Helmut Berger (als Schwarzer), der schon unter Luchino Visconti und Francis Ford Coppola spielte, wich schnell dem Entsetzen über einen Darsteller, der fast durchgehend abwesend und desinteressiert wirkte.
Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik
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