Bonhoeffer - die letzte Stufe

Deutschland/Kanada/USA 2000 (Bonhoeffer - die letzte Stufe) Regie Eric Till, 87 Min.

Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer leistete unter dem Naziregime Widerstand, indem er für konservative Kräfte in der Abwehr als Spion unterwegs war. Als der bürgerliche Verschwörerkreis auffliegt, wird Bonhoeffer verurteilt und hingerichtet.

Der Konflikt Bonhoeffers ist nicht die Sorge um eigenes Wohlergehen - als Seelsorger seiner Mitgefangenen nutzt er Chancen zur Flucht nicht. Der Pastor kämpft hingegen schwer mit der Entscheidung, ob er Gottes Gebot mißachten soll, um seinen Mitmenschen in der Diktatur zu helfen. Kann er einen Attentäter segnen? Diese hochtheologischen Fragen des Widerstands bauen auf Sätze aus Aufzeichnungen und Briefen Bonhoeffers. "Die letzte Stufe" ist ein Tatsachenfilm, bei dem der strenggläubige Zwang zur Tatsache einer sinnvollen Dramaturgie im Wege steht.

Trotz exzellenter Theaterschauspieler wie Ulrich Tukur vermag der cineastisch nicht engagierte Film nie zu packen. Die englischsprachige Produktion wurde ganz schwach nachsynchronisiert, ein Verhör zeigt den neidischen SS-Schergen eher als Deppen denn als Gegner. So kann eine nicht mehr aktuelle Religiosität kaum für sich werben. Wenn als Höhepunkt Bonhoeffers Gebet einen zum Tode Verurteilten ruhig stellt, muss man über den Sinn solcher Sterbehilfe nachdenken. Staub und Stimmung im warmen Gegenlicht hoffen auf die rechte Gesinnung im Publikum. Wenn Bonhoeffer als Nackter am Galgen sagt, dies sei nicht das Ende, kann solch ein Märtyrer ansonsten heute kein Interesse mehr erwarten.

http://www.bonhoeffer-derfilm.de


Eine Kritik von Günter H. Jekubzik

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