Barcelona für ein Jahr

Frankreich 2002 (L' auberge espagnole) Regie und Buch Cédric Klapisch 121 Min. FSK ab 6

Wer mit dem Namen Erasmus nicht einen staubigen Philosophen sondern ziemlich lebendige Erlebnisse überall in Europa verbindet, kam schon mal in den Genuss eines Erasmus-Stipendiums. Genau wie der französische Student Xavier, der vom "Jeder sucht sein Kätzchen"-Regisseur Klapisch "Barcelona für ein Jahr" verschrieben bekommt.

"Barcelona für ein Jahr" ist Spaß ohne tiefe Bedeutung, ein nettes Erlebnis - nicht mehr und nicht weniger. Es fängt mit der Wohnungssuche an. Zwar hat Xavier (Romain Duris) Glück und kann einige Nächte auf der Couch eines französischen Ehepaars verbringen, doch dann geht es zur chaotischen WG-Vorstellung. Auch in Barcelona sind Studenten-Buden überteuert, deshalb quetschen sich gleich sechs junge Menschen aus allen Ecken Europas auf ein paar Quadratmetern. Xavier kommt im Verhör, das eher die alten Bewohner als den Bewerber bloßstellt, gut an und stürzt sich etwas schüchtern in das Vergnügen, allein in der Fremde zu sein. Die zickige Freundin aus Paris (Audrey Tautou) fliegt selten rüber, dafür fliegt Xavier auf eine junge Wallonin. Die zieht auch noch ein, erweist sich dann aber als lesbisch. Ihre Liebesschule eröffnet allerdings ganz neue Dimensionen für den jungen Franzmann. Er beginnt eine heftige Affäre mit der reizvollen Ehefrau, die ihm anfangs nur die Couch überlassen hat.

In der vielsprachigen WG gibt es nur selten Probleme mit Kastilisch und Katalan, mit Französisch und Wallonisch, mit strebsamen Deutschen und prolligen Engländern. Vorherrschend in der Sprachverwirrung ist der Witz, wenn etwa die französische Abkürzung für Universität - Fac - genauso klingt wie das englische Schimpfwort "Fuck". Selbstverständlich enthält das kulturelle Austauschprogramm viel Barcelona-Sightseeing mit Musikbegleitung, lässige Kneipen und wilde Nächte.

Unter Beteiligung von Judith Godrèche, Audrey "Amelie" Tautou und Barnaby Metschurat spielt der pan-europäische Cast nett und locker. Vorurteile haben keine Chance und werden schneller abgebaut als der Alkohol im Blut. Am Ende gibt es dann etwas Wahnsinn, Wehmut und eine nicht überraschende Wende. Halt eine Menge guter Laune - anders sollte der Trip in den Süden auch nicht sein.

http://www.barcelonafuereinjahr.de


Eine Kritik von Günter H. Jekubzik

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