Die Addams Family in verrückter Tradition

USA 1993 (Addams Family Values) R: Barry Sonnenfeld, 94 Min.

"Wie gehabt" wäre noch ein nettes Ergebnis für den zweiten Aufguß des Soll-Vergnügens mit der makaber-komischen Familie. Viele würden gerne sehen, wie sich die Werte wandeln, wie böse gut wird, wie gemein anständig wird. Morticia (Anjelica Huston) und Gomez (Raul Julia) Addams fallen zu diesem Zweck fast aus: Sie sorgen nur für Familiennachwuchs und schicken die älteren Kinder ins Feriencamp bevor sie sich mit dem Baby dezent zurückziehen. Unter den beiden anderen Handlungen, die überraschend schlampig zusammengefügt sind, sorgen nur die kleinen Addams Wednesday und Pugsley für echten Spaß: Wie sie das extrem spießige Ferienlager aufmischen und sich im Namen aller Farbigen, Behinderten, Erfolglosen an der weißen Herrschaftsclique (WASP) rächen, hätte ein Film für sich sein sollen. Christina Ricci spielt sich mit ihrer Wednesday in die erste Reihe. Sie läßt Anjelica Houston weit hinter sich, die hauptsächlich nach dem schmalen Scheinwerferkegel sucht, der ihr Gesicht morbide ausleuchten soll.

Joan Cusack gibt eine reizvoll gemeine Gattenmörderin, die im dritten Handlungsstrang hinter Fester Addams (Christopher Lloyd) Geld her ist. Der naive Fester faßt dabei die brutalen Anschläge als Liebesbeweise auf.Wenn also auf die Handlung kein Verlaß ist, und man sich beim Humor öfters verlassen fühlt, bleibt nur der bekannt lebendige Stil von Regisseur Barry Sonnenfeld. Doch auch die wilde Kamera macht zwischen Anfang und Ende eine sehr lange Pause, so daß nur das Warten auf "Addams Family III: Die nächste Generation" bleibt.


Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik

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